Hamburg - Wie ARD-Programmdirektor Günter Struve der "Financial Times Deutschland" bestätigte, wird die ARD in der Spielzeit 2004/05 keine Partien des Uefa-Cups zeigen. "Wir haben uns entschlossen, uns dort völlig zurückzuziehen", sagte Struve. In dieser Saison überträgt das Erste einige Partien des internationalen Wettbewerbs, der in punkto Renommee deutlich niedriger als die Champions League einzuschätzen ist.
Struve macht keinen Hehl daraus, dass der Verzicht auf die TV-Rechte am Uefa-Cup der Finanzierung des Schmidt-Engagements in der ARD dienen soll. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte bereits angekündigt, auf den traditionell in der Sommerpause ausgetragenen Ligapokal zu verzichten. "Das reicht, um Harald Schmidt zu erwerben", sagte Struve.
Schmidts Vertrag bei der ARD läuft zunächst bis Juli 2006. Exakt ein Jahr nach seinem Ausscheiden bei Sat.1 und einer einjährigen "Kreativpause" wird der 47-Jährige erstmals in einer Sondersendung am 23. Dezember um 21.45 Uhr im ARD-Fernsehen auftreten. Am 19. Januar 2005 startet dann seine regelmäßige Show jeweils mittwochs und donnerstags nach den "Tagesthemen" um 23 Uhr.
Die Sendung unter Federführung des WDR wird jeweils 30 Minuten lang sein und vor Publikum aufgezeichnet. Über Einzelheiten des Vertrages haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Bei Sat.1 bekam allein Harald Schmidt 40.000 Euro pro Sendung, 60.000 sollen an seine eigene Produktionsfirma Bonito gegangen sein.
ARD steigt bei T-Mobile aus
Neben dem Ausstieg im Uefa-Cup wird sich kommendes Jahr noch etwas in der Sport-Berichterstattung der ARD ändern. Der Sender beendet zum 31. Dezember 2004 seine Sponsor-Vereinbarung mit dem Radrennstall T-Mobile, für den Stars wie Erik Zabel und Jan Ullrich fahren. Mit dem Telekom-Konzern hatte die ARD seit 1998 zusammengearbeitet.
"Die Häuser bleiben sich auch ohne Kooperation partnerschaftlich verbunden. An der Zusammenarbeit im Rahmen der rein auf den Sport bezogenen Berichterstattung wird sich nichts ändern", betonten beide Seiten am Donnerstag in einer Presseerklärung von T-Mobile. Offiziell wurde die Trennung damit begründet, dass es "mit dem Team Gerolsteiner inzwischen einen zweiten deutschen Profirennstall auf Weltniveau" gebe.
Zuletzt war immer häufiger die Verquickung von journalistischen Aufgaben und Sponsor-Tätigkeiten kritisiert worden. Unter anderem wurde der ARD vorgeworfen, aus eigenem Interesse zu unkritisch über die Dopingproblematik im Profirennsport zu berichten. Zudem hatte ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf für Unmut in der Öffentlichkeit gesorgt, als bekannt wurde, dass er nebenberuflich für T-Mobile tätig war.
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