Hamburg - Gegenüber seinem Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner habe Hoyzer eingeräumt, drei Spiele manipuliert zu haben, berichtet die "SZ". Diese Zahl geht auch aus einem von privaten Berliner Buchmachern in Auftrag gegebenen Ermittlungsbericht hervor, den das SAT.1-Magazin "Akte 05" gestern zitierte. Laut Bericht handelt es sich um die Regionalliga-Spiele Eintracht Braunschweig gegen den FC St. Pauli (5. Mai 2004, Endstand 3:2) und VfL Osnabrück gegen FC St. Pauli (14. August 2004, 3:2) sowie um das DFB-Pokalspiel der ersten Runde, SC Paderborn gegen den Hamburger SV (21. August 2004, Endstand 4:2).
Laut Ermittlungsbericht seien durch Hoyzers Verbindungsleute wiederholt höhere Geldbeträge auf Spiele gesetzt worden, "in denen der Hoyzer als Schiedsrichter eingesetzt war". Es seien dabei Gewinne von "circa 900.000 Euro" erzielt worden. Die "Bild"-Zeitung zitiert einen "Zeugen", der Details zum angeblich manipulierten Pokalspiel Paderborn gegen den HSV kennen will. Demnach habe ein Kroate, den die "Bild"-Zeitung als "Zockerkönig von Berlin" bezeichnet, 100.000 Euro auf einen Paderborner Sieg setzen lassen, "weniger bei Oddset, hauptsächlich bei drei privaten Wettbüros". Die Wette sei mit zwei Spielen der ersten kroatischen Liga kombiniert worden, denn "da kann man für 10.000 bis 20.000 Euro ganzen Mannschaften kaufen".
Zur Verbindung Hoyzer und dem angeblichen Wettprofi sagt der ebenfalls aus Kroatien stammende Insider in der "Bild": Nach Bekanntwerden des Schiedsrichter-Skandals habe Hoyzer geschockt gewirkt. Kurz darauf sei er mit dem Kroaten, der in Berlin ein Café betreibt, in dessen Büro verschwunden, das sich in dem Etablissement befindet.
Gestern hatte Hoyzer überraschend ein Geständnis abgelegt: "Die in der Öffentlichkeit erhobenen Anschuldigungen gegen mich sind im Kern zutreffend", teilte er schriftlich mit. Er wolle als Kronzeuge im Wettskandal für die Staatsanwaltschaft fungieren. Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger appellierte an Hoyzer, die ganze Wahrheit zu sagen. "Ich wünsche mir von diesem jungen Mann jetzt die Wahrheit. Das ist auch für ihn die beste Lebensperspektive", erklärte Zwanziger im "Deutschlandfunk". Es mache keinen Sinn, andere Schiedsrichter "zu Unrecht zu belasten und mit hineinzuziehen. Es macht aber auch keinen Sinn, andere zu decken."
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