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29.01.2005
 

Wett-Skandal

Haftbefehle gegen drei Beschuldigte

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat gestern Abend im Manipulations-Skandal um Fußball-Schiedsrichter Robert Hoyzer die ersten drei Haftbefehle erlassen. Bei der Durchsuchung eines Berliner Cafes wurden zudem Wettscheine mit Gewinnen über zwei Millionen Euro gefunden.

Berlin - Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin ordnete ein Bereitschaftsrichter die Untersuchungshaft wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges an, wofür Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren verhängt werden können. Das teilte der Berliner Staatsanwalt und Justizsprecher Michael Grunwald am späten Abend mit.

Die drei beschuldigten Männer waren am Freitag im Zuge von Durchsuchungsmaßnahmen vorläufig festgenommen worden, die von 128 Einsatzkräften der Berliner Polizei und des Landeskriminalamtes Berlin zeitgleich an vier Orten in Berlin durchgeführt worden waren. Die Beschuldigten haben sich bislang zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen nicht geäußert. Ein vierter zunächst vorläufig festgenommener Mann wurde zwischenzeitlich wieder entlassen. Die Ermittlungen der Behörden dauern weiter an.

Im Berliner "Café King" soll der unter Betrugsverdacht stehenden Schiedsrichter Robert Hoyzer betrügerische Wetten mit Mitgliedern einer kroatischen Wett-Mafia abgesprochen haben.

Nach Informationen des "Tagesspiegels am Sonntag" aus Berliner Ermittlerkreisen wurden in dem Lokal zwei Wettscheine über Auszahlungen von Wettgewinnen von einer Million Euro und 1,7 Millionen Euro sichergestellt. Außerdem beschlagnahmte die Polizei demnach drei hochwertige Autos, darunter mindestens einen Mercedes der Luxusklasse, einen Bestellschein für einen Ferrari, mehrere Plasmabildschirme von hohem Wert sowie Bestellscheine für weitere hochwertige technische Geräte. Alle diese Angaben wollte Grunwald nicht bestätigen.

Am Freitag hatte Hoyzer laut "Süddeutscher Zeitung" bei der Staatsanwaltschaft gestanden, dass weitere Schiedsrichter und auch Spieler in die Affäre verwickelt seien. Der 25-Jährige habe eingeräumt, drei Spiele geschoben und dafür selbst 50.000 Euro kassiert zu haben.

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