Hamburg - "Vor dem Spiel gegen Regensburg meldete sich ein Mann mit dem Namen Steffen Karl bei mir. Er bot mir 20.000 Euro für den Fall, dass ich im Spiel gegen Regensburg ein-, zweimal den Ball reinlasse", sagte Koch, damals noch bei Energie Cottbus zwischen den Pfosten, der "Bild am Sonntag". Für telefonische Rückfragen war der 33-Jährige heute nicht erreichbar.
Der ehemalige Bundesliga-Profi Steffen Karl (Dortmund, Hertha BSC), mittlerweile beim Regionalligisten Chemnitzer FC unter Vertrag, soll laut Aussagen Robert Hoyzers gegenüber der Staatsanwaltschaft Berlin in den Wettskandal verwickelt sein. Dies hatten verschiedene Zeitungen vergangene Woche berichtet. Karl hatte darauf eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, nichts mit dem Wett- und Manipulationsskandal zu tun zu haben.
Koch will die damalige Offerte entrüstet abgelehnt haben. Cottbus siegte am 34. Spieltag am 23. Mai 2004 mit 3:0. Im Tor der Lausitzer stand allerdings Tomislav Piplica, weil sich Koch verletzt hatte. Koch sagte "Bild am Sonntag", er habe den Vorfall dem DFB mitgeteilt. Offenbar wurde die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft Berlin weitergeleitet. Koch erklärte zudem, gegen ihn seien in der vergangenen Woche Drohungen ausgesprochen worden, sollte er sich zu diesem Vorfall äußern.
Am vergangenen Donnerstag, seinem 33. Geburtstag, erhielt Koch laut eigener Darstellung einen entsprechenden Anruf. "Pass bloß auf, was du sagst, sonst kannst du was erleben", soll der anonyme Anrufer gesagt haben. Zwei Stunden später habe er wiederum einen Anruf erhalten. "Halt bloß die Klappe, sonst passiert dir was", wurde gedroht.
Amerell über Assauer-Aussage empört
Manfred Amerell, Mitglied im DFB-Schiedsrichter-Ausschuss, hat sich unterdessen vehement gegen den bevorstehenden Fernsehauftritt von Hoyzer ausgesprochen. "Es ist der größte Skandal, dass ein Verbrecher ein Forum bekommt und in einer Talkshow auftritt", sagte Amerell im DSF-"Doppelpass". Hoyzer soll am Dienstag in der Talkshow von Johannes B. Kerner im ZDF auftreten. Kerner verteidigte die Einladung Hoyzers im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Die Diskussion ist lachhaft und wird insbesondere von denen geführt, bei denen er nicht spricht. Hoyzer ist ein Thema, und deshalb Gast meiner Sendung", sagte Kerner. Er wolle "vor allem wissen, wie Hoyzer mit dem Gedanken lebt, wegen einiger Euro und eines Plasmabildschirms eine Fußballnation vor der WM im eigenen Land beschädigt zu haben".
Die Anspielungen Rudi Assauers gegenüber Schiedsrichter Jürgen Jansen, der sich am Freitag in einer Pressekonferenz gegen die von Hoyzer ausgesprochenen Verdächtigungen zur Wehr setzte, kommentierte Amerell heute mit den Worten: "Ich bin schockiert." Empört forderte Amerell: "Wenn Assauer was weiß, soll er Beweise auf den Tisch legen. Einfach etwas in den Raum zu setzen, bereinigt die Situation nicht, sondern heizt sie noch an.» Laut Hoyzers Aussage vor der Berliner Staatsanwaltschaft soll Jansen zwei Spiele manipuliert haben.
Der Schalke-Manager hatte dazu gesagt: "Dass ein Schiedsrichter wie Jansen, der uns allgemein sehr wohl bekannt ist, da jetzt mit hinein rutscht, das überrascht mich nicht. Er ist vom Typ her sicherlich anfällig, sage ich mal so." Es gebe da "so ein paar Andeutungen, schon seit Jahren", so Assauer.
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