Rom - Im Olympiastadion von Rom, der Heimstätte Lazios, waren während der Begegnung der Serie A auch Transparente mit SS-Symbolen sowie mit der Aufschrift "Rom ist faschistisch" zu lesen. Nach dem 3:1-Heimsieg kam es zu Krawallen zwischen Anhängern von Livorno und Lazio am Bahnhof San Pietro unweit des Vatikans. Bei den Krawallen wurden zwölf Ultras festgenommen. Die Polizei beschlagnahmte Tränengas und Stöcke. Die Hooligans randalierten und verwüsteten mehrere Geschäfte.
Nach den gestrigen Vorkommnissen hat das italienische Innenministerium mit der Schließung von Stadien gedroht, in denen die Gefahr von Krawallen bestehen. "Stünde ich vor der Wahl zwischen der Sicherheit der Polizisten und der Teilnahme der Zuschauer an Fußballspielen, hätte ich keine Zweifel, bei Ausschreitungsgefahr sofort die Stadien zu sperren", sagte Innenminister Giuseppe Pisanu.
"Duce, Duce!"
"Spiel des Skandals im Olympiastadion", kommentierte die Tageszeitung "La Repubblica" entrüstet. Sogar die Schweigeminute für den Papst war von faschistischen Gesängen unterbrochen worden. "Duce, Duce!", riefen die Tifosi dem Lazio-Präsidenten Claudio Lotito zu, als er nach dem Sieg die Fans grüßte. Lotito versuchte später, auf Distanz zu den Ultras zu gehen. "Der Sport darf sich nicht mit Politik vermischen", sagte der Clubchef.
Im vergangenen Monat erst war Lazio-Kapitän Paolo Di Canio von der Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbands zur Zahlung einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden, weil er am 6. Januar beim Stadtderby gegen den AS Rom seine Anhänger mit einem faschistischen Gruß gefeiert hatte. Der 36-Jährige hatte nach seinem Tor des 1:0 vor den Lazio-Ultras seinen ausgestreckten rechten Arm gezeigt. Auf dem selben Arm trägt Di Canio eine Tätowierung mit der Schrift "Dux" (lateinisch: Führer). Unterstützung des Faschismus ist in Italien gesetzlich verboten.
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