Während des Konföderationen-Cups ist es an jedem Tag sehr warm, aber dieser ist heiß. In der Altstadt sind die Eiscafés überfüllt, ganz Nürnberg scheint auf den Beinen. Es sind noch zwei Tage bis zum Duell gegen Argentinien, und die deutschen Nationalspieler haben Freigang. Zwei von ihnen sind in der Altstadt unterwegs. Sie heißen Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger.
Schweinsteiger trägt zivil und Sonnenbrille, Podolski sein weißes Köln-Shirt und eine schwarze Hose. Schweinsteiger, der Münchner, geht zu Louis Vuitton, Podolski bleibt vor dem Luxus-Laden sitzen und telefoniert. Niemand spricht sie an, vielleicht sind sie doch noch nicht so bekannt, besonders hier in Nürnberg, das ja weit weg ist von München und von Köln. Oder sie werden doch erkannt, aber in Ruhe gelassen.
Man kann viele junge deutsche Nationalspieler in den Straßen treffen während des Konföderationen-Cups. Sebastian Deisler oder Gerald Asamoah oder Podolski und Schweinsteiger. Sie sind Superstars, geben sich aber ungezwungen und mischen sich unter die Menschen. Nirgendwo werden sie von Anhängern umlagert und mit Autogrammwünschen belästigt. Es scheint fast so, als habe man sich schon an sie gewöhnt. Ihren Status erkennt man nur noch daran, dass sie Luxustaschen kaufen.
Ein Kollege erzählte mir später, ihm sei am selben Tag auch ein Nationalspieler über den Weg gelaufen: Mike Hanke. Hanke ist auch jung, aber Hanke ging nicht zu Louis Vuitton. Er wurde in einem Outlet-Store in Herzogenaurach gesehen.
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