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18.11.2005
 

Trennung von Keane

ManU macht Platz für Ballack

Manchester United und Roy Keane gehen ab sofort getrennte Wege. Der langjährige Spielmacher löste heute den Vertrag beim englischen Traditionsclub auf. Grund für die Trennung könnte ein Video sein, in dem Keane Mitspieler und Verein scharf kritisiert hatte.

Manchester - "Der Verein hat sich mit Roy Keane auf eine Vertragsauflösung mit sofortiger Wirkung geeinigt", heißt es in einer Erklärung des Clubs. Damit geht die Ehe zwischen dem 34-Jährigen und ManU nach über zwölf Jahren zu Ende. "Die Vereinbarung erlaubt es dem Spieler, einen längerfristigen Vertrag zu unterzeichnen und so seinen weiteren Karriereverlauf sicher zu stellen", heißt es in der Erklärung weiter.

Der Vertrag des Kapitäns wäre ohnehin zum Saisonende ausgelaufen. Als Nachfolger wird Michael Ballack gehandelt, der ein Vertragsangebot des FC Bayern in dieser Woche verstreichen ließ. Wie die englische Zeitung "Guardian" berichtete, wolle United-Trainer Sir Alex Ferguson Ballack demnächst darüber informieren, dass der Deutsche bei einer Zusage für ManU der neue Kapitän des Teams werden könne.

Ein weiterer Grund für die sofortige Trennung könnte ein Video sein, das Keane für den vereinseigenen TV-Kanal MUTV gedreht hat. Wegen der Brisanz der Aussagen ist der Beitrag auf Anweisung des Vereins aber nicht gesendet worden. Keane hatte Vereinsführung und Mitspieler scharf attackiert.

Besonders der ManU-Verteidiger Rio Ferdinand musste mächtig verbale Prügel einstecken. Als Defensivkraft sei der Kollege schwach, hetzte Keane. "Weil er 180.000 Euro in der Woche verdient und mal gegen Tottenham 20 gute Minuten hatte, glaubt er, ein Star zu sein", sagte Keane.

Den Verteidiger Kieran Richardson bezeichnete der Ire schlicht als faul, "er verdient es, bestraft zu werden". Die Begeisterung um den schottischen Auswahlspieler Darren Flechter könne er überhaupt nicht teilen, Englands Nationalstürmer Alan Smith laufe auf dem Spielfeld herum, als hätte er sich dorthin verirrt. "Er hat keine Ahnung von dem, was er tut." Und sein irischer Landsmann John O'Shea würde nur spazieren gehen.

Keanes Zorn richtete sich aber auch gegen die Vereinsführung. Deren Pläne, im Januar neue Spieler zu verpflichten, könne er nicht verstehen, stattdessen sei das Gegenteil angesagt. "Wir sollten Spieler rausschmeißen."

Keane bestritt für Manchester fast 500 Pflichtspiele, Ferguson bezeichnete ihn dieser Tage noch als einen der größen ManU-Spieler aller Zeiten. Ein möglicher neuer Arbeitgeber für Keane ist der schottische Tabellenführer Celtic Glasgow, der in der Vergangenheit schon mehrfach Interesse an dem irischen Nationalspieler zeigte.

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