Samstag, 21. November 2009

Sport



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07.12.2005
 

Kopfstoß-Affäre

DFB untersagt Meier Kontakt zum Team

Ein Tête-à-Tête mit Folgen: Norbert Meier darf den MSV Duisburg nach der Kopfnuss gegen den Kölner Albert Streit vorerst nicht mehr trainieren. Der Verein hat Co-Trainer Heiko Scholz die sportliche Leitung übertragen, ein Rauswurf Meiers wird immer wahrscheinlicher.

Frankfurt am Main - Meier hat einen Tag nach der Partie gegen den 1. FC Köln (1:1) die Schuld am Zwischenfall mit Streit eingeräumt. Der Verein verhängte daraufhin eine Abmahnung und eine fünfstellige Geldstrafe gegen den Trainer. "Wir haben die Forderungen des DFB 1:1 umgesetzt und Meier vorläufig suspendiert. Co-Trainer Heiko Scholz übernimmt ab sofort das Training", sagte der MSV-Vorstandsvorsitzende Walter Hellmich. Eine Entlassung stehe laut Hellmich allerdings noch nicht zur Debatte.

Trotzdem wird es ungemütlich für Meier. Das DFB-Sportgericht hat einen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung des Kontrollausschusses zugestimmt, eine sofortige Sperre auf Ausübung des Traineramtes zu verhängen. Über das endgültige Strafmaß wird vermutlich in der kommenden Woche entschieden. Damit darf Meier ab sofort nicht mehr das Training seines Clubs leiten oder an Mannschaftssitzungen teilnehmen.

"Ein Trainer, der sich so verhält, kann nicht drei Tage später wieder auf der Bank sitzen", hatte der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Horst Hilpert gesagt. Diesen Worten hat Hilpert umgehend Taten folgen lassen, Meier wird am kommenden Samstag beim Ligaspiel gegen Bielefeld nicht auf der Bank sitzen.

Einen vergleichbaren Fall hatte es im Mai 2000 gegeben, als Trainer Eugen Hach von Zweitligist Alemannia Aachen nach einer Tätlichkeit gegen den Cottbuser Franklin für drei Monate gesperrt worden war. Hach hatte damals seine Mannschaft auch im Training nicht mehr betreuen dürfen.

"Ich muss mich in aller Form entschuldigen. Es war ein Blackout von mir. Ich habe am Abend die Bilder im Fernsehen gesehen und mich erschrocken. Ich habe Streit bereits angerufen und mich bei ihm entschuldigt. Ich habe in 25 Jahren nie Rot gesehen und kann nicht verstehen, wie mir das passieren konnte", sagte Meier.

Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte die Situation in der 85. Minute genau anders herum gedeutet und FC-Mittelfeldspieler Streit wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt. Die TV-Bilder zeigten jedoch deutlich, dass der Kopfstoß von Meier ausging, der sich anschließend theatralisch fallen ließ. Der Coach wurde von Gräfe daraufhin auf die Tribüne geschickt.

Nach dem Spiel hatte sich Meier zunächst noch gerechtfertigt und seine Sicht der Dinge geschildert: "Der Spieler Streit ist auf mich zugekommen und hat mich mit einigen derben Worten beleidigt. Wir standen Kopf an Kopf. Dann bin ich hingefallen. Von einer Kopfnuss von meiner Seite aus kann keine Rede sein. Ich rechne nicht mit einer Sperre. Ein Spieler darf sich vor einem Trainer nicht so aufbauen", erklärte Meier, der unter dem rechten Auge eine kleine Wunde hatte.

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