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10.01.2006
 

Reaktionen auf Stiftung Warentest

"Ich halte die Studie für nicht seriös"

Die Betreiber der zwölf WM-Stadien haben größtenteils mit Unverständnis auf die heute durch die Stiftung Warentest veröffentlichte Studie zur Sicherheit reagiert. Sogar deutliche Kritik wurde laut.

Susanne Eisenmann (Sportbürgermeisterin der Stadt Stuttgart):

"Die Untersuchung ist oberflächlich. Die Kriterien der Stiftung Warentest lagen uns nicht vor und sind dehalb nicht erkennbar. Die kritisierten Punkte sind in Stuttgart zum Teil anders, aber besser gelöst. Beispielsweise sind Rauchmelder als Frühwarnsystem besser geeignet als Sprinkleranlagen."

Winfried Lonzen (Geschäftsführer der ZSL Betreibergesellschaft mbH, Leipzig):
"Der Hauptvorwurf der Stiftung Warentest, die Fluchtmöglichkeiten auf das Spielfeld seien nicht ohne Probleme, trifft aus unserer Sicht nicht zu. Diese Fluchtmöglichkeit ist nur in Stadien zwingend vorgeschrieben, die die besseren Fluchtmöglichkeit nach außen nicht realisieren können. Die von uns realisierten, modernen und effizienteren Fluchtmöglichkeiten in das Umfeld des Zentralstadions bieten den Besuchern mehr und vor allem schneller Sicherheit und Schutz. Schon Ende 2004 wurde das Zentralstadion von allen Instanzen (TÜV, Versicherungen, Bauordnungsamt, Brandschutz, etc.) mängelfrei abgenommen. Auch die Fifa hat das Zentralstadion in dieser Form mit dem Länderspiel Deutschland gegen Kamerun und dem folgenden Konföderationen-Cup abgenommen."

Fritz Schramma (Oberbürgermeister Köln):
"Wir haben ein hervorragendes und sicheres Stadion. Schon in der Planungsphase haben wir der Sicherheit einen hohen Stellenwert eingeräumt, damit wir eben für solche Weltereignisse wie die WM gut gerüstet sind. Das hat sich jetzt ausgezahlt. Die Stiftung Warentest bezeichnet es schon als Mangel wenn Holztische und das Parkett im Stadion-Restaurant und im VIP-Bereich vorhanden sind. Wir sind mit unserer Feuerwehr das Stadion detailliert durchgegangen und dort werden solche Bedenken nicht geteilt. Bei den anderen bemängelten Fluchtbereichen sind offenbar Irrtümer aufgetreten, denn unsere Fluchtwege führen zum Beispiel nicht durch Drehkreuze, sondern durch 6 Meter breite Fluchttore. Das im Ergebnis gute Urteil der Warentester bestätigt unsere Stadionqualität".

Hans Rütten (Geschäftsführer Kölner Sportstätten GmbH):
"Einige Punkte der Warentest-Studie waren in Bezug auf unser Stadion faktisch falsch. Es wurden fehlende Fluchttore angeprangert, die es aber gibt. Außerdem existieren so genannte Paniktore, die im Notfall geöffnet werden. Wir sehen keinen Grund, bauliche Maßnahmen zu ergreifen. Ich halte die Studie für nicht seriös. Man kann nicht rufen, es brennt, es brennt, und will dann noch 14 Tage mit der Veröffentlichung warten. Die Brisanz wurde nicht erkannt. Ich habe mir die Pressekonferenz vor Ort angeschaut, der Raum für die Journalisten hätte doppelt so groß sein müssen."

Christoph Meyer (Sprecher der Betreibergesellschaft Olympiastadion Berlin GmbH):
"Wir werden die Ergebnisse natürlich prüfen, denn der Zuschauer ist das höchste Gut, und das gilt es zu schützen. Aber wir haben in Berlin ein historisch gewachsenes Gebäude, das von 2000 bis 2004 unter Denkmalschutzrichtlinien renoviert wurde. Dem muss man in den Untersuchungen Rechnung tragen. Was den Vorwurf der mangelnden Fluchtmöglichkeit auf Grund des tiefen Grabens angeht, kann ich nur auf einen eigenen Evakuierungstest hinweisen, bei dem die Zuschauer in wenigen Minuten auf dem Rasen waren."

Ralf Schnitzmeier (Stadionchef der AWD-Arena in Hannover):
"Wir haben uns mit den Untersuchungsergebnissen der Stiftung Warentest auseinander gesetzt und diese analysiert. Wir sind natürlich erleichtert, dass man uns insgesamt gute Noten ausgestellt hat. Die gefundenen Mängel lassen sich leicht beheben. Wo wir die Möglichkeiten dazu haben, werden wir dies natürlich auch tun. Sollten weitere Fragen entstehen, werden wir die Kommunikation mit der Stiftung noch einmal aufnehmen. Dass wir auf das Schreiben der Tester nicht geantwortet haben, erklärt sich dadurch, dass wir zum damaligen Zeitpunkt erheblich Turbulenzen im Verein (Entlassung von Trainer Ewald Lienen, d.Red.) hatten und dadurch nicht reagieren konnten."

Karlheinz Kubanek (Werkleiter Frankenstadion):
"Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es ist so ausgefallen, wie wir das erwartet haben. Durch den Umbau wurden alle Maßnahmen von der Bauordnungsbehörde begleitet. Zusätzlich hatten wir ein externes Büro eingeschaltet. Warum die Ergebnisse in den anderen Stadien teilweise nicht so positiv ausfielen, kann ich nicht bewerten, möchte ich aus der Ferne auch nicht. Wir werden anhand dieser Ergebnisse einige Kleinigkeiten im organisatorischen Bereich ändern. Dies betrifft aber weniger die WM als die Heimspiele des 1. FC Nürnberg."

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