Zürich - Die Türken müssen sechs Länderspiele auf neutralem Boden, mindestens 500 Kilometer von der Landesgrenze entfernt sowie unter Ausschluss der eigenen Fans bestreiten. Das betrifft ein Gutteil der Qualifikation für die EM 2008, in der die Türkei in der Gruppe 3 auf Griechenland, Norwegen, Bosnien-Herzegowina, Ungarn, Moldawien und Malta treffen. Zudem muss der türkische Verband eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet rund 130.000 Euro zahlen, hat die Disziplinarkommission der Fifa beschlossen.
In den Einzelverfahren wurden Bundesligaprofi Alpay Özalan (1. FC Köln) und Emre Belozoglu (Newcastle United) mit einer Sperre für sechs Pflicht-Länderspiele sowie einer Geldstrafe in Höhe von knapp 10.000 Euro belegt. Serkan Balci (Fenerbahçe Istanbul) muss zwei Partien aussetzen und 3200 Euro zahlen. Der türkische Assistenztrainer Mehmet Ozdilek wurde für zwölf Monate gesperrt und muss ebenfalls 10.000 Euro Strafe zahlen.
Mit dem Urteil ist die Türkei noch glimpflich davongekommen. Denn zuletzt stand ein Punktabzug oder gar der Ausschluss von kommenden Wettbewerben zur Diskussion. Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hatte einen Tag nach dem Skandalspiel ein "hartes Durchgreifen" angekündigt.
Bitteres Urteil für Huggel
Auf Schweizer Seite muss der Bundesligaprofi Benjamin Huggel (Eintracht Frankfurt) ebenfalls sechs Pflichtspiele aussetzen. Damit verpasst der Defensivspieler nicht nur die WM im Sommer in Deutschland, sondern dürfte auch in drei Spielen bei der EM 2008 im eigenen Land ausfallen, da die Eidgenossen als Gastgeber keine Qualifikationsspiele bestreiten. Außerdem muss der Schweizer Physiotherapeut Stephan Meyer zwei Spiele pausieren und eine Geldstrafe von rund 4000 Euro bezahlen.
Nach dem Playoff-Rückspiel in Istanbul, bei dem sich die Schweiz trotz einer 2:4-Niederlage für die WM in Deutschland qualifiziert hatte, war es auf dem Platz und im Kabinengang zu handfesten Auseinandersetzungen unter den Spielern gekommen.
sge/sid/dpa
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