Hamburg – Am Dienstag hat Ballack seinen Werbevertrag beim Sportartikelhersteller Adidas bis zum Jahr 2012 verlängert. "Wir hatten viel Spaß und haben viele schöne Projekte miteinander gemacht", hat ihm ein Adidas-Werbetexter in den Mund gelegt. Und es sieht ganz danach aus, als sei das nächste Projekt von Ballack ein ganz großes. Denn auch der FC Chelsea trägt demnächst Adidas (bisher Umbro). Vom 1. Juli an wird der Luxusclub aus London acht Jahre lang mit Dreistreifentrikots aus Deutschland beliefert. Und aus Sicht von PR-Profis wäre es ein gewaltiger Coup, wenn auch noch der populärste deutsche Fußballprofi als Werbeträger auf der Insel dauerpräsent ist.
Dass Ballack nach dieser Vertragsverlängerung (die ihm etwa insgesamt 12 Millionen Euro einbringen wird) nur für einen Club spielen kann, der von Adidas ausgerüstet wird, hat dessen Berater Michael Becker bestätigt. "Dieser Schluss ist sicher zulässig", sagte der Rechtsanwalt der dpa.
Von Ballack selbst ist zu einem möglichen Wechsel wie immer nichts Wegweisendes zu vernehmen, und das liegt nicht nur daran, dass ihm heute ein Weisheitszahn gezogen wurde. "Ich werde noch nichts verraten", lautete der Standardsatz des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft.
Beim FC Bayern richtet man sich derweil auf Ballacks Weggang nach Saisonende ein. "Ich war immer der Meinung, dass er hier bleibt. Aber so langsam muss ich mich damit abfinden, dass sich die Wege wohl trennen werden", sagte Trainer Felix Magath, der glaubt, dass sein Mittelfeldspieler "irgendwelche Gründe hat, sich nicht zu äußern. Die muss man einfach respektieren". Magath glaubt aber, dass Ballack durch seinen "wahrscheinlichen Weggang" an Sympathie verloren habe. Die Atmosphäre beim Bundesligaspiel der Bayern gegen den 1. FC Köln am Samstag (2:2) stützt diese These – denn nach seinem matten Auftritt war Ballack von den eigenen Fans ausgepfiffen worden. Das ist neu.
Auch bei Karl-Heinz Rummenigge ist ein hämischer Unterton herauszuhören. "Stefan Effenberg war ein großer Stratege, eine große Führungspersönlichkeit auf dem Platz. Michael Ballack wird dafür stehen, dass er der torgefährlichste Mittelfeldspieler ist, der je beim FC Bayern gespielt hat", sagte der Vorstandsvorsitzende des Clubs. Die Bayern hatten Ballack im November 2005 für einen neuen Vierjahresvertrag rund 30 Millionen Euro Gehalt geboten. Auf diese Offerte war der 29-Jährige aber nicht eingegangen.
sge/dpa
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