München – "Es war immer klar, dass es Michael nicht darum ging, eine neue Sprache oder eine neue Kultur kennenzulernen, sondern eine neue Währung", sagte Hoeneß dem "Kicker". "Es ging eindeutig nur ums Geld". Deshalb habe sein Verein auch nie versucht, den Nationalmannschafts-Kapitän umzustimmen. "Es wäre ja lächerlich, wenn wir vom FC Bayern gegen einen Herrn Abramowitsch antreten wollten", so Hoeneß, der offenbar von einem Wechsel Ballacks zum FC Chelsea mit dessen betuchten russischen Eigentümer überzeugt ist.
Ressentiments gegen Ballack habe er allerdings nicht. "Ich habe absolut kein Problem damit, wenn sich ein Spieler nach vier Jahren beim FC Bayern verändern will", so Hoeneß weiter. Einzig die Art und Weise findet der Manager bedenklich. "Aber dann soll er auch total ehrlich sein und sagen: Ich gehe, weil ich mehr Geld verdienen will. Das ist es ja, was unsere Fans ihm vorwerfen: "Dass er seine Entscheidung offensichtlich schon lange getroffen hat und ewig rumlaviert."
Hoeneß teilt zudem die Ansicht des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, dass Ballack das Ideal eines Führungsspielers nicht habe erfüllen können. "Das ist so ein Traum von uns - wir wollen manchmal den perfekten Spieler: Einen, der selbst gut spielt und dazu über den eigenen Tellerrand hinausblickt, der den jungen Spielern die Hand reicht, auf dem Platz die Richtung angibt, sich darüber hinaus an der Mannschaftspolitik beteiligt und sich für die anderen einsetzt." Paul Breitner sei so gewesen, Sören Lerby in Teilen und Stefan Effenberg. "Dies hat bei Michael Ballack vielleicht gefehlt."
Pfiffe der eigenen Fans gegen Ballack will sich Hoeneß indes nicht gefallen lassen. Das sei nicht der Stil des FC Bayern. "Michael wird einen schönen Abschied bei uns bekommen."
hut/sid
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