Berlin - "Die WM ist viel zu kommerzialisiert. Das liegt an der fast beängstigenden Macht und dem Einfluss der Fifa", sagte Danckert in einem Interview mit der "Lausitzer Rundschau": "Man hat ja den Eindruck, der Regierende Bürgermeister von Berlin hat nur noch rund ums Rote Rathaus Einfluss auf die Geschicke der Stadt." Nach der WM müsse dringend eine Debatte über die Kommerzialisierung des Turniers geführt werden.
Der SPD-Politiker monierte die Werbeaktionen zahlreicher WM-Sponsoren sogar im Umfeld von Regierungsgebäuden: "Vor dem Parlament wird der Rasen zubetoniert und eine Fußballarena errichtet, im Bezirk Mitte/Tiergarten wird es die Fanmeile geben, und wir machen sogar vor den Regierungsgebäuden Werbung für Adidas oder Spalttabletten. Ich bin strikt gegen solche Auswüchse." Er frage sich, wie die Bundestagsverwaltung so etwas zulassen konnte: "Dieser ganze Kommerz wird im Juni die Dauerblockade des Bundeskanzleramtes und des Reichstages bedeuten."
Zugleich mahnte Danckert den DFB, seine Strukturen nach der WM neu zu ordnen. "Mit Theo Zwanziger haben wir einen Präsidenten, der sehr gewissenhaft und zukunftsorientiert den Verband führt. Für mich ist deshalb die entscheidende Frage, in welchem Umfeld dies geschieht. Und da brauchen wir zweifellos eine Neuaufstellung in der DFB-Führungsetage." Andere Fußballnationen seien da "einen Schritt voraus". Was er damit genau meint, ließ Danckert offen.
mig/sid
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