Als erster WM-Teilnehmer ist heute die Fußball-Nationalmannschaft von Togo in Deutschland eingetroffen. Die Delegation landete in Stuttgart und wurde dort von Vertretern des deutschen WM-Organisationskomitees begrüßt. Die Auswahl des deutschen Trainers Otto Pfister reiste aus den Niederlanden an, wo sie am Sonntag in einem Länderspiel 0:1 gegen WM-Teilnehmer Saudi-Arabien verloren hatte.
Nach ihrer Ankunft reisten die Afrikaner mit einer Polizei-Eskorte in ihr Quartier nach Wangen im Allgäu, wo um 19.30 Uhr zu Ehren der Gäste ein Empfang und ein Volksfest auf dem Marktplatz veranstaltet wurde. Togos Starspieler Emmanuel Adebayor war bei der Ankunft nicht dabei, da der Stürmer des englischen Premier-League-Clubs FC Arsenal im Finale der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Paris gegen den FC Barcelona antritt.
Der Leverkusener Andrej Woronin steht im WM-Kader der Ukraine, der von Superstar Andrej Schewtschenko (AC Mailand), Europas Fußballer des Jahres von 2004, angeführt wird. Zurzeit laboriert allerdings Schewtschenko an einer Knieverletzung, die ihn noch mehrere Wochen außer Gefecht setzt. Insgesamt stehen nur vier Legionäre im Kader von Trainer Oleg Blochin. Sieben Akteure im WM-Kader stellt Renommierclub Dynamo Kiew. Die Ukraine trifft in der Gruppe H auf Spanien, Tunesien und Saudi-Arabien.
Ein Bundesliga-Quintett steht in Kroatiens WM-Aufgebot. Nationaltrainer Zlatko Kranjcar berief Werder Bremens Duo Ivan Klasnic und Jurica Vranjes, die zwei Berliner Niko Kovac und Josip Simunic sowie Marko Babic von Bayer Leverkusen in den Kader des WM-Dritten von 1998. 19 Spieler des WM-Kaders stehen bei ausländischen Clubs unter Vertrag. Das Balkan-Team trifft in der WM-Vorrundengruppe F auf Titelverteidiger Brasilien, Japan und Australien.
Stürmerstar Fernando Morientes vom englischen Fußball-Pokalsieger FC Liverpool wurde überraschend nicht ins WM-Aufgebot Spaniens berufen. Trotzdem fanden drei Akteure der "Reds", Luis Garcia, Xabi Alonso und Torwart Pepe Reina, Berücksichtung. Der FC Arsenal stellt in Cesc Fabregas und Jose Antonio Reyes zwei Spieler im Kader der Iberer. Nationaltrainer Luis Aragones berief nur drei Spieler von Meister FC Barcelona, dafür aber vier Akteure von Rekordchampion Real Madrid. Die Iberer treffen in der WM-Vorrundengruppe H auf die Ukraine, Tunesien und Saudi-Arabien.
Der Schalker Abwehrspieler Mladen Krstajic und der Stuttgarter Angreifer Danijel Ljuboja nehmen für Serbien und Montenegro an der WM teil. 17 Spieler stehen bei ausländischen Clubs unter Vertrag. Namhafteste Akteure im Kader von Trainer Ilija Petkovic sind Mittelfeldakteur Dejan Stankovic (Inter Mailand) sowie die Stürmer Mateja Kezman (Atletico Madrid) und Savo Milosevic (Osasuna Pamplona). Der Hamburger Bundesliga-Profi Guy Demel wurde vom französischen Trainer Henri Michel ins Team der Elfenbeinküste berufen. Angeführt wird der Kader des WM-Neulings von Torjäger Didier Drogba vom englischen Meister FC Chelsea.
Gleich fünf Bundesliga-Profis stehen im Kader Tschechiens. Nationaltrainer Karel Brückner nominierte die Noch-Dortmunder Tomas Rosicky und Jan Koller, den Nürnberger Jan Polak, den Hamburger David Jarolim und den Hannoveraner Jiri Stajner. Weitere Stars im Team des EM-Halbfinalisten sind Torwart Petr Cech (FC Chelsea), der Ex-Hamburger Tomas Ujfalusi (AC Florenz), Pavel Nedved (Juventus Turin), Vladimir Smicer (Girondins Bordeaux), EM-Torschützenkönig Milan Baros (Aston Villa) und Karel Poborsky von Ceske Budweis. Außerdem nominierte Brückner die ehemaligen Bundesliga-"Legionäre" Vratislav Lokvenc (SV Salzburg) und Marek Heinz (Galatasaray Istanbul).
Sieben Akteure aus der deutschen Bundesliga wollen die Schweiz bei der WM in die nächste Runde schießen. Nationaltrainer "Köbi" Kuhn nominierte Marco Streller und Ricardo Cabanas vom 1. FC Köln sowie den Leverkusener Tranquillo Barnetta, den Dortmunder Philipp Degen, den Frankfurter Christoph Spycher, den Hamburger Raphael Wicky und Ludovic Magnin vom VfB Stuttgart.
Die polnische Regierung will gewalttätige Fußballfans künftig härter bestrafen. Noch in dieser Woche werde ein Vorschlag zu geänderten Vorschriften über Massenveranstaltungen zwischen den beteiligten Ministerien abgestimmt, kündigte der polnische Innenminister Zbigniew Dorn in Warschau an. "Ein Gesetz allein schreckt Hooligans nicht ab", gab Dorn nach schweren Ausschreitungen in der Warschauer Innenstadt am Wochenende zu. "Die Hooligans müssen es am eigenen Leib spüren." So sollen Stadionverbote für Gewalttäter durchgesetzt werden, wie es in Deutschland längst üblich ist. Ein noch nicht rechtskräftig verabschiedetes Gesetz sieht außerdem die Einrichtung von Schnellgerichten vor, vor denen sich Hooligans innerhalb von 24 Stunden verantworten müssen.
mig/sid/dpa
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