Hamburg - "Natürlich hätten wir ihn gern dabei gehabt", sagte Klinsmann, "er ist unser Leader." Die Muskelverhärtung in der rechten Wade des Mittelfeldspielers lasse einen Einsatz des Kapitäns am Freitag aber nicht zu, teilte der Bundestrainer vor dem Abflug der Mannschaft nach München mit.
Ballack hatte sich die Verletzung bereits am vergangenen Freitag beim 3:0 gegen Kolumbien zugezogen. "Er hat in Berlin noch kein komplettes Mannschaftstraining mitmachen können. Deshalb macht ein Einsatz keinen Sinn, er wird stattdessen intensiv behandelt. Wir hoffen, dass er beim zweiten Spiel zur Verfügung steht", erklärte Klinsmann.
Als erste Alternativen für die Ballack-Position im Mittelfeld sieht der Bundestrainer den Bremer Tim Borowski und den Dortmunder Sebastian Kehl. "Beide können diese Rollen ausfüllen und laufen auf Hochtouren", sagte Klinsmann. Jeder Spieler könne ersetzt werden. "Wir haben den Kader ja so zusammengestellt, dass jede Position doppelt besetzt ist."
Ursprünglich wollte die Nationalmannschaft gegen Costa Rica mit der gleichen Elf starten wie im letzten Vorbereitungsspiel gegen Kolumbien. "Das ist ja nun leider hinfällig", so Klinsmann. Vorwürfe an Ballack, der am Wochenende zu seiner Familie gereist war und sich erst am Montag in Behandlung begeben hatte, gab es nicht: "Er kennt seinen Körper am besten und ist davon ausgegangen, dass die Wadenverhärtung bis Montag abklingt. Er würde doch selbst gerne spielen."
Ballack suchte gestern sogar einen Experten für Bio-Energetik auf, um die Heilung voranzutreiben. "Wenn sich jemand außerhalb beraten lassen möchte, habe ich kein Problem damit. Ich kenne den Mann nicht, aber wir sehen das hier ganz locker. Für mich zählt nur die Meinung von Dr. Müller-Wohlfahrt", so Klinsmann.
Zusammen mit der Mannschaft flog Ballack heute nach München, wo morgen um 18 Uhr das Eröffnungsspiel angepfiffen wird. Dort wird er weiter permanent behandelt. "Es zählt nur, dass er so schnell wie möglich wieder fit wird", sagte Klinsmann. "Er muss natürlich jetzt doppelt soviel arbeiten wie die anderen, damit er bald wieder für uns auflaufen kann. Wir haben ja hoffentlich sieben Spiele vor uns." In der zweiten Partie trifft Deutschland am 14. Juni auf Polen.
Neben Ballack wird auch Timo Hildebrand ausfallen. Den dritten DFB-Torwart plagen Rückenprobleme. Trotz der Ausfälle hat Klinsmann nichts von seiner Zuversicht eingebüßt: "Wir fiebern dem Auftakt entgegen. Das Team wird sich von der ersten Minute an zerreißen."
kob/bri/sid
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