Von Frieder Pfeiffer
Dortmund - Auch wenn die 60.000 Zuschauer im Dortmunder WM-Stadion eine über weite Strecken sehr einseitige Partie sahen - der Punkt für Trinidad und Tobago geht absolut in Ordnung. Durch eine beherzte Leistung verdiente sich das Team um den ehemaligen Weltklasse-Stürmer Dwight Yorke ein 0:0, welches einerseits Mängel im Angriffsspiel der Schweden offenbarte.
Es zeigte aber auch, dass Leo Beenhakker, der holländische Coach der Auswahl Trinidad und Tobagos, sein Team optimal auf diese Partie vorbereitet hatte. Vor dem Spiel hatte er seine Spieler aufgefordert, das WM-Erlebnis zu genießen und Spaß zu haben. Er schien damit die richtigen Worte gefunden zu haben.
Neben dem glänzend aufgelegten Torhüter Shaka Hislop überzeugte vor allem die Defensivabteilung, die mit großem Einsatz den ansonsten spielstarken Schweden nur selten das Kombinieren erlaubte. Yorke überzeugte auf der Position in der Schnittstelle zwischen Abwehr und Mittelfeld und wurde für seine Leistung anschließend von der Fifa zum Mann des Spiels gewählt.
Nach dem Platzverweis von Trinidads Abwehrspieler Avery John, der nach einem rüden Foul die Gelb-Rote Karte sah (46.), wurde das Übergewicht der Skandinavier stärker. Sie spielten sich gute Möglichkeiten heraus, scheiterten aber entweder am eigenen Unvermögen oder aber am starken Torhüter Hislop. Der 37-Jährige, erst wenige Minuten vor dem Anpfiff nach der Verletzung von Kelvin Jack ins Team gerückt, hielt mehrere Male bravourös.
"Natürlich habe ich gesehen, dass Schweden die besseren Chancen hatte und auch mehr Ballbesitz, aber wir haben sehr hart gearbeitet", sagte Beenhakker dem sid. Sein schwedischer Kollege Lars Lagerbäck vermied es, sein Team allzu stark zu kritisieren: "Wir haben eigentlich ganz gut gespielt, aber eben nicht das Tor gemacht. So ist der Fußball manchmal."
Bei Trinidad und Tobago waren in Unterzahl nur noch vereinzelt Offensivbemühungen zu erkennen. Diese hatten es aber in sich. In der 59. Minute traf der eingewechselte Cornell Glen mit einem strammen Schuss die Latte. Schwedens Keeper Rami Shaaban wäre machtlos gewesen. Der Schlussmann von Fredrikstad FK war wie sein Gegenüber kurzfristig ins Team gerutscht. Die Nummer eins Andreas Isaksson hatte sich im Training eine Gehirnerschütterung zugezogen.
In der Schlussphase bestürmten die Schweden ohne Unterlass das Tor des WM-Neulings, doch die Angriffsreihe um die Weltklassestürmer Zlatan Imbrahimovic und Henrik Larsson vergab ihre Chancen teilweise leichtfertig. Am Ende jubelte die Auswahl der südamerikanischen Inseln, die 30.000 mitgereisten Anhänger der schwedischen Mannschaft pfiffen ihr Team aus. Beenhakker, bereits 1990 mit den Niederlanden bei der WM in Italien dabei, war abschließend sogar um ein euphorisches Fazit nicht verlegen: "Es war phantastisch, wie wir bis zum Ende wie um unser Leben gekämpft haben."
Trinidad und Tobago - Schweden 0:0
Trinidad und Tobago: Hislop (37 Jahre/25 Länderspiele) - Gray (29/40), Sancho (29/41), Lawrence (31/64), Avery John (31/58) - Edwards (27/52), Birchall (22/20), Theobald (23/39) ab der 67. Whitley (29/25) - Yorke (35/55) - Stern John (29/96), Samuel (24/19) ab der 53. Glenn (24/36). Trainer: Beenhakker
Schweden: Shaaban (30/2) - Alexandersson (34/88), Mellberg (28/65), Lucic (33/82), Edman (27/38) - Wilhelmsson (26/30) ab der 79. Jonson (22/54), Linderoth (27/59) ab der 79. Källström (23/35), Svensson (29/67) ab der 62. Allbäck (32/57), Ljungberg (29/58) - Ibrahimovic (25/39), Larsson (34/90). Trainer: Lagerbäck
Schiedsrichter: Maidin (Singapur)
Zuschauer: 60.000
Gelb-Rote Karte: Avery John wegen wiederholten Foulspiels (46. )
Gelbe Karten: Yorke / Larsson
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