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22.06.2006
 

Owen-Verletzung

Fifa muss kräftig zahlen

Der Kreuzbandriss von Michael Owen im Spiel gegen Schweden hat nicht nur für die Aufstellung der englischen Nationalmannschaft Folgen. Weil der 26-jährige Stürmer für mindestens sechs Monate ausfällt, muss der Weltverband erstmals in der WM-Geschichte einen Millionenbetrag entrichten.

Hamburg - Nach der schweren Verletzung von Owen hat dessen Premier-League-Club Newcastle United bei der Fifa Anspruch auf eine Summe von 2,196 Millionen Franken. Zum ersten Mal in der WM-Historie hat der Fußball-Weltverband einen Versicherungsfonds von 15 Millionen Schweizer Franken (10,21 Millionen Euro) eingerichtet, um Vereinen, deren Spieler sich während des laufenden Turniers verletzten, Schadensersatz zahlen zu können.

Die knapp 2,3 Millionen Franken für Owen sind der höchstmögliche Betrag der bei einer Langzeitverletzung ausgeschüttet wird. Die Ausgleichszahlungen der vereinbarten Tagespauschale von 12.200 Franken auf 180 Tage begrenzt. Allerdings muss Newcastle den "Arbeitsunfall" bei der Fifa bis Sonntag melden, um die dem Club zustehende Summe geltend zu machen.

Stürmer Owen, englischer Teamarzt: "Viel zu niedrig"
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AP

Stürmer Owen, englischer Teamarzt: "Viel zu niedrig"

Dies hat der AS Monaco bereits getan, weil sich deren Neuzugang Jan Koller im Spiel gegen die USA einen Muskelfaserriss zuzog. Die Entschädigung für den Tschechen wird aber nur gezahlt, wenn der ehemalige Dortmund-Akteur länger als 20 Tage ausfällt. Keinen Cent sieht dagegen wohl der FC Liverpool. Djibril Cissé, Stürmer der französischen Nationalmannschaft und vom englischen Erstligisten kürzlich an Olympique Marseille ausgeliehen, zog sich kürzlich einen Schien und Wadenbeinbruch zu. Allerdings beim letzten Testspiel der Equipe Triquolore gegen China zwei Tage vor WM-Beginn. 

Finanziert wird der Versicherungsfond von allen 32 WM-Teilnehmern. Diese verpflichteten sich, jeweils fünf Prozent ihres Anteils an dem von der FIFA ausgeschriebenen Preisgeld von 300 Millionen Schweizer Franken  zu investieren.

Neben dem vom Weltverband eingerichteten Fonds hat Newcastle auch Anspruch auf eine finanzielle Kompensation durch eine vom englischen Verband FA abgeschlossene Versicherung. Während Newcastles Vorsitzender Fredy Shepherd die Summe der FA als "viel zu niedrig" bezeichnet hatte, sah FA-Sprecher Adrian Bevington keinen Anlass zur Kritik.

"Mit der Versicherung des Verbandes sind die Gehälter unserer Spieler während ihrer Verletzungspause abgedeckt", sagte Bevington. Die Versicherung der FA sieht lediglich die Fortzahlung des Gehaltes der Nationalspieler für die Zeit ihres Ausfalls vor. Im Fall von Owen sind es umgerechnet 145.000 Euro pro Woche.

knu/dpa/sid

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