Von Dirk Brichzi
Hamburg - "Das ist ein historischer Moment. Wir haben 20 Millionen Menschen glücklich gemacht", sagte Trainer Ratomir Dujkovic nach dem 2:1 über die USA und ergänzte: "Jedes Team, das die 'Black Stars' treffen wird, muss leiden." Ein paar Fußballer in gelben Hemden und blauen Hosen dürften beim letzten Satz ganz genau hingehört haben. Im Achtelfinale trifft Ghana wahrscheinlich auf Weltmeister Brasilien.
In die Freude über das Weiterkommen mischte sich allerdings auch Trauer: Michael Essien, Führungsspieler der Mannschaft und teuerster afrikanischer Akteur aller Zeiten, wird im Achtelfinale fehlen. Der Profi des FC Chelsea erhielt gegen die USA die zweite Gelbe Karte. "Wir werden ihn sehr vermissen. Aber wer immer für ihn spielen wird: Jeder von uns ist bereit, für die Nation zu sterben", sagte Stephen Appiah, Torschütze zum 2:1.
Appiah spielte im Nationalteam noch mit den früheren Stars Anthony Yeboah und Abedi Pelé zusammen. Allerdings schaffte es die damals hochgelobte Mannschaft um die beiden ehemaligen Bundesliga-Stars nie, sich für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Das gelang erst der neuen Generation um Essien, Sulley Muntari oder John Paintsil, die gemeinsam schon das Finale der U 20-WM 2001 erreichten.
Die älteren Spieler hatten auch bei dieser WM einen schweren Stand. Ex-Bayern-Profi Samuel Kuffour war eigentlich als Abwehrchef vorgesehen, musste nach einer schwachen Leistung gegen Italien aber seinen Platz räumen. In Ghanas Viererkette ist nun kein Spieler älter als 25. Bei den Erfolgen gegen Tschechien und die USA kamen dafür die Bundesliga-Profis Matthew Amoah (Dortmund) und Otto Addo (Mainz) zum Einsatz.
Egal wann die Weltmeisterschaft für Ghana endet, die "Black Stars" haben bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen. "Das ganze Land wird auf den Beinen sein und feiern", sagte Trainer Dujkovic. Stephen Appiah fand einen schönen Vergleich: "Wir sind die Brasilianer Afrikas." Vielleicht gelingt der starken Fälschung am Montag die nächste Überraschung gegen das bislang biedere Original aus Südamerika.
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