Berlin - Die beim Adidas-Konkurrenten Nike unter Vertrag stehenden Miroslav Klose, Torsten Frings und Nationaltorwart Jens Lehmann hätten dem DFB ein Ultimatum gestellt, schreibt die "Bild". Entweder man dürfe im Länderspiel gegen Schweden morgen Abend (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in den eigenen Schuhen spielen - oder man werde nicht antreten. Adidas ist seit 1954 Ausrüster des DFB, der aktuelle Vertrag läuft bis 2010.
"Ich hoffe, wir finden eine Lösung", sagte Teammanager Oliver Bierhoff heute in Berlin, verwies allerdings auf "einige Gespräche", die dazu "nötig" seien. Der Mannschaftsrat, in dem neben Bernd Schneider ausgerechnet die Nike-Profis Frings, Klose und Lehmann sitzen, erwartet bis zum Anpfiff morgen eine Lösung in ihrem Sinne. Bundestrainer Joachim Löw geht aber nicht davon aus, dass es zu einer Zerreißprobe in Form einer Abreise der betroffenen Spieler kommt. "Bislang haben wir unsere Probleme immer in Ruhe gelöst, das werden wir auch diesmal schaffen."
Der 46-Jährige könnte diesmal jedoch irren, denn es handelt sich im aktuellen Fall um eine andere Dimension. "Diese Forderungen und Diskussionen gibt es ja schon seit Jahrzehnten und hat uns auch in den vergangenen zwei Jahren begleitet. Fakt ist diesmal aber, dass sich die gesamte Mannschaft für eine freie Schuhwahl ausgesprochen hat", erklärte Bierhoff. Früher hatten sich lediglich einzelne Spieler für das Auflaufen in den eigenen Tretern eingesetzt.
Die Gespräche mit den Partnern wie Adidas und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sollen deshalb laut Bierhoff nun intensiv geführt werden. Er sei zuversichtlich "dass wir bis morgen eine Lösung hinbekommen", sagte der Teammanager. "Es ist eine schwierige Situation, vor allem für den Trainer." Bierhoff bestritt jedoch, dass es ein Ultimatum der Mannschaft gegeben habe.
Der Streit um das Schuhwerk resultiert aus dem Ausrüstermonopol, das Adidas beim DFB besitzt. Schon vor der EM 1996 und der WM 2002 hatte es Kritik von Spielern gegeben, die bei der Konkurrenz unter Vertrag standen. Die DFB-Führung war jedoch immer hart geblieben und drohte mit dem Ausschluss der Profis aus der Nationalmannschaft, sollten diese nicht in Länderspielen mit den drei Streifen auflaufen. Zuletzt hatte der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann im Mai 2005 angekündigt, entsprechende Bemühungen würden mit Verbannung geahndet.
goe/dpa
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