Von Peter Ahrens
Menschen, Tiere, Sensationen. Glückwunsch, Bundesliga, du wirst immer dramatischer. In der vergangenen Saison stand nach zwei Spieltagen bereits fest, dass der FC Bayern die Konkurrenz beherrscht. Jetzt hat es immerhin fünf Wochenenden gebraucht, bis der Meister wieder da residiert, wo er auch im kommenden Mai Platz nehmen wird. Demnächst wird es womöglich noch so weit kommen, dass es bis zur Winterpause dauert, bevor der kommende Titelträger schon feststeht. Der dann natürlich wieder Bayern München heißt und im Vorübergehen auch noch den DFB-Pokal abgreift. Aber das interessiert ja wirklich niemanden mehr.
Die Bundesliga ist demnach eine bis auf weiteres langweilige Veranstaltung geworden. Vermeintliche Bayern-Konkurrenten werden zu Titelaspiranten hochgeschrieben, bis sie selbst dran glauben, um dann anschließend im Ligaalltag gnadenlos versenkt zu werden. Werder und der HSV werden sich zwar im Lauf der Spielzeit finden, wenn sie erstmal im Spätherbst aus der Champions League ausgeschieden sind, und am Ende, gähn, auf Platz zwei und drei einlaufen. Die Punkte, die sie zurzeit verlieren, werden ihnen am Ende der Saison jedoch fehlen, um auch nur ansatzweise um die Meisterschale mitzuspielen.
Zwischendurch dürfen ein paar mediokre Clubs mal für ein paar Stunden den Klassenprimus im deutschen Fußball abgeben. Die Bayern-Verantwortlichen sind ja gar nicht so und lassen zu Beginn der Saison auch mal andere kurz ran: Hertha, immerhin sechs Tage auf dem Platz an der Sonne, Gladbach sagenhafte neunzehneinhalb Stunden Tabellenführer der Bundesliga. Und selbst der ewigliche Abstiegskandidat 1. FC Nürnberg darf mal Höhenluft schnuppern.
Für die Liga bedeutet das erst einmal gar nichts, außer für die Statistiker, die dann verkünden dürfen, dass die Clubberer ungefähr letztmals an der Tabellenspitze standen, kurz nachdem das Telefon erfunden wurde. Die Bayern sind in diesem Jahr eben nicht ganz so unschlagbar wie sonst. Für den Titel reicht es dennoch dicke. Im März ist auch für den Marktführer das Thema Champions League erledigt, und spätestens dann hat die Liga-Konkurrenz sowieso nichts mehr zu lachen. Dann trifft womöglich selbst Lukas Podolski ins Tor, und Sebastian Deisler macht Gehversuche auf dem Platz.
Riskieren wir mal kurz einen Blick auf die vermeintlichen Spitzenteams dieser Spielzeit, sprich, die Mannschaften, die zurzeit unter den Top Five rangieren. Beispiel Berlin. In der Metropole der schlechten Laune ist es dem hiesigen Fußballverein durchaus zu gönnen, sich die Tabelle kurzzeitig auch mal von oben anzuschauen und ein wenig von dem zu ernten, was mit veritabler Jugendarbeit und einer endlich mal befriedigenden Transferpolitik gesät wurde. Zudem füttert dies den immanenten Berliner Größenwahn, und wenn dann mal wieder ein Spiel verloren geht, haben alle wieder genügend Grund zum Meckern, und der Berliner ist zufrieden. Am Ende wird es sowieso wieder Tabellenplatz sechs.
Beispiel Gladbach: Das Team hat mit Oliver Neuville einen echten WM-Helden vorzuweisen und mit Marcell Jansen gar noch einen aus der Besetzungsliste des neuen Sönke-Wortmann-Films. Und dass Jupp Heynckes, dem unangefochtenen Idol meiner Kindheit, mal wieder ein paar vereinzelte Sympathien zufliegen, erfüllt mich auch mit geradezu persönlicher Genugtuung. Trotzdem: Ein Team, das seit der Schlacht von Jena und Auerstädt 1806 jedes Auswärtsspiel verliert - selbst gegen einen in der Eliteliga hospitierenden Zweitligisten wie Alemannia Aachen - , darf nach den Gesetzen der Logik eigentlich nicht auf einem Uefa-Cup-Rang stehen, selbst am fünften Spieltag nicht.
Beispiel Nürnberg: Also das geht ja gar nicht. Nürnberg hat seit Max Merkels Tagen nie, nie, nie vorne mitgespielt, und jetzt erdreistet sich der Meyerhans, aus einer Reihe von Durchschnittsakteuren eine Mannschaft zu basteln, die Leverkusen, Bremen und Hamburg hinter sich lässt. Das darf nicht von Dauer sein. Ist es auch nicht.
Dann gibt es da noch Schalke 04. Der Top-Bayernjäger. Auch der "Popelverein" genannt, wie der Intimkenner der Szene, Rudolf Assauer, es letztens formulierte. Die Schalker fangen ihre Spielzeiten gemeinhin gut an, und im April ist ihnen der Sprit ausgegangen. Kevin Kuranyi soll jetzt noch ganz schnell seine vier, fünf Tore machen, bald ist ohnehin Schluss mit der königsblauen Pracht. Wenn selbst der notorisch gut gelaunte Gerald Asamoah schon zur tickenden Zeitbombe mutiert, dann fliegt dem guten Mirko Slomka spätestens im November der Laden um die Ohren.
Die 34 Spieltage müssen durchgezogen werden, so sieht es das Regelwerk des DFB vor. Nichts dagegen. Sich an Samstagnachmittagen in der Arena-Kneipe 1:1-Spiele schön zu trinken ist ja auch etwas wirklich Wohliges. Aber die Illusion, die Bundesliga werde hier ausgespielt, um aus 18 Teams einen Meister zu küren, die sollten wir uns wahrhaft schenken. Wir gratulieren dem FC Bayern München an dieser Stelle zur 21. Deutschen Meisterschaft. Und 2008 kommt ihr in der Champions League bestimmt bis ins Viertelfinale.
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aber in frankreich dominiert immer mal wieder ein verein das geschehen für ein paar jahre und dann ist die dominanz auch wieder vorbei. ist sicher einzigartig, dass bei einer meisterschaft, die weit länger als 100 jahre [...] mehr...
Ja..das ist der einzige Nachteil der BL, da die Bayern Alleinerrscher sind und keine dauerhafte Konkurenz haben. Daher haben sie alleine fast die Hälfte aller Meistertitel von 1963 bis heute geholt. Also seit die BL gespielt [...] mehr...
Deswegen konnte Lyon 7mal in Folge Meister werden (2002 - 2008)... mehr...
So ein Quatsch Roccker.Bei dir sind es immer Momentaufnahmen - die Zeit von 200 bis Rijkaards Antritt hat man sich fast geschämt zu sagen das man Barca Anhänger ist.Da waren dann Vereine wie Valencia und La Coruna Meister trotz [...] mehr...
Ich habe doch extra versucht auf die nicht Spitzenmannschaften einzugehen. Direkte Vergleiche sind da leider nicht möglich. Du meinst aber, weil Real und Barca sich so absetzen bedeutet das, dass die nicht Spitzenteams der La [...] mehr...
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