Hamburg - Nach Tumulten und Schmährufen gegen die Presse stimmte in einer schriftlichen Abstimmung die Mehrheit der 1589 anwesenden Mitglieder für den Ausschluss der rund 50 Reporter, Fotografen und Kamerateams, die mit "Auf Wiedersehen"- Gesängen aus dem Saal des Hamburger Congress Centrums geleitet wurden.
Die wegen der sportlichen Talfahrt ohnehin gereizte Stimmung der 1589 stimmberechtigten Mitglieder war zuvor schon zusätzlich durch eine organisatorische Panne angeheizt worden. Die wenigen Eingänge konnten die Besuchermassen nicht bewältigen, es bildeten sich lange Schlangen. Die Veranstaltung begann mit einer Stunde Verspätung.
Die Mitgliederversammlung wurde schließlich ohne Ergebnis abgebrochen. Ohne die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand sowie noch ausstehende Wahlen wurde die Sitzung auf das neue Jahr vertagt. "Wir sind ein demokratisch aufgestellter Verein, es gab eine Menge an Informations- und Klärungsbedarf", sagte Hoffmann.
In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Carsten Harms, Vorsitzender des Vereins Hamburger Sportjournalisten, über das Votum der HSV-Mitglieder verwundert: "Es ist eine unverständliche Entscheidung, die wir in einer Demokratie aber akzeptieren müssen. Fakt ist, dass die kritischen Mitglieder diejenigen ausschließen, die ihre Kritik nach außen und in die Öffentlichkeit tragen."
Auf Geheiß von HSV-Trainer Thomas Doll war die gesamte HSV-Profimannschaft der Veranstaltung von vornherein ferngeblieben. Der um seinen Job bei den Hanseaten kämpfende Coach hatte seine Entscheidung damit begründet, dass sich die Spieler auf die letzte Partie der Hinserie am Samstag beim Bundesliga-Neuling Alemannia Aachen konzentrieren sollten.
als/sid/dpa
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