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16.01.2007
 

Sprücheklopfer Hoeneß

Leise Töne vom Lautsprecher der Liga

Von Mike Glindmeier

Er war der wortgewaltigste Manager der Bundesliga, doch damit soll jetzt Schluss sein. Uli Hoeneß will es in seinen letzten Jahren beim FC Bayern ruhiger angehen lassen. SPIEGEL ONLINE hat die besten Sprüche aus der "Abteilung Attacke" zusammengestellt.

Die Szene ist unvergessen: Am 15. Mai 1989 saßen sich der erfolgreiche Manager Uli Hoeneß vom FC Bayern München und der aufstrebende Trainer Christoph Daum vom 1. FC Köln im ZDF-Sportstudio gegenüber. Es war ein Gespräch unter zwei Fußball-Funktionären, die sich nicht leiden konnten und sich bis heute nicht leiden können. Gleichzeitig war dieser Abend die Geburtsstunde der "Abteilung Attacke", wie die Führungsriege des Rekordmeisters in der Boulevard-Presse ob ihrer markigen Worte genannt wird.

"Du überschätzt Dich maßlos", warf Hoeneß Daum an diesem Abend vor. "Um das Maß an Überschätzung zu erreichen wie Du, muss ich 100 Jahre alt werden", konterte Daum, der sichtlich Mühe hatte, die Beherrschung zu bewahren. Es kam, wie es kommen musste. Bayern wurde Meister, Daum musste sich am Fernseher seinen größten Feind mit der Meisterschale in einer Bierdusche ansehen.

Erfolg macht sexy - und selbstbewusst. Zumindest Letzteres trifft auf Hoeneß zu. Früh hatte der ehemalige Nationalspieler bereits alles erreicht: Mit dem FC Bayern war er dreimal Deutscher Meister, einmal Pokal- und einmal Weltpokalsieger geworden, zudem hatte der Stürmer dreimal den Europapokal der Landesmeister gewonnen. Mit der Nationalmannschaft feierte er 1972 den Europameister- und 1974 den Weltmeistertitel. Mit 27 musste Hoeneß aufgrund von mehreren Verletzungen seine aktive Karriere beenden, doch der Sprung ins Management gelang überaus erfolgreich.

Kein Wunder, dass dem Wurstfabrikanten in seiner langen Karriere immer wieder Arroganz vorgeworfen wird. Und in der Tat: Einige seiner Sprüche lassen die Grenze zwischen Selbstvertrauen und Überheblichkeit manchmal schwinden. "Der wird bei uns nicht einmal Greenkeeper", giftete Hoeneß einst gegen Rekordnationalspieler und Ur-Bayer Lothar Matthäus nach dessen Karriereende.

Zu Hoeneß Lieblingsfeinden gehörte aber auch der langjährige Bremer Manager Willi Lemke, der 1999 vom Fußballplatz ins Rathaus wechselte: "Erstaunlich, dass ein Mann mit einem solchen Charakter Minister eines Bundeslands werden kann". In der jüngsten Vergangenheit bekamen sogar die eigenen Stars wie Bastian Schweinsteiger ("Dem haben sie zuviel Puderzucker in den Hintern geblasen") und Roque Santa Cruz ("Er ist momentan kein starker Spieler") ihr Fett weg.

Doch damit soll künftig Schluss sein. Der Lautsprecher der Liga will die Regler runterdrehen . "Verhöhnungen oder Beleidigungen gibt es bei mir nicht mehr. Da fliegen keine Giftpfeile mehr", sagte Hoeneß der "Bild"-Zeitung. Dies gelte für "alle Duelle", so der 55-Jährige, der sogar mit Meisterschafts-Konkurrent Bremen künftig pfleglicher umspringen will, als noch zu Lemkes Zeiten: "Das ist ein rein sportlicher Zweikampf. Und nicht wie früher ein Klassenkampf oder ein Kampf der Philosophien wie mit Herrn Lemke. Werder beschränkt nun alles auf das Wesentliche: auf den Fußball", so Hoeneß.

SPIEGEL ONLINE hat die deftigsten Hoeneß-Sprüche für Sie zusammengestellt.

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