Hamburg - Reporter von Geldern hatte am Samstag bei der Reportage vom Punktspiel bei Hertha BSC Berlin (1:2) über den Wolfsburger Spielmacher Marcelinho gesagt: "Er hat wohl auch kein Geld mehr, wie man hört, alles versoffen!" Daraufhin wurde der Radiomann bis auf weiteres von der Bundesliga-Berichterstattung freigestellt. Das bestätigte heute NDR-Sprecher Martin Gartzke der dpa: "Diese sprachliche Entgleisung ist mit dem Qualitäts-Anspruch des NDR nicht zu vereinbaren." Wie lange der Reporter nicht mehr von der Bundesliga berichten dürfe, ist nach Gartzkes Angaben noch offen. Beim Sender ist inzwischen eine Beschwerde des VfL eingegangen. Trainer Klaus Augenthaler sagte: "Das ist eine Frechheit."
Marcelinho war in seiner Zeit bei Hertha BSC (2001-2006) des Öfteren mit Eskapaden aufgefallen. In der "Diskoaffäre" hatten die Berliner mehrere zehntausend Euro Abfindung an eine Hausverwaltung bezahlt, bei der Marcelinho Räumlichkeiten für eine Diskothek gemietet hatte. Der 31-Jährige fiel zudem negativ durch ein exzessives Nachtleben auf und überzog mehrfach seinen Urlaub. Ende Juni zog Hertha die Reißleine und verkaufte den besten Spieler des Kaders für 2,5 Millionen Euro an den türkischen Erstligisten Trabzonspor, von wo er in der Winterpause zu den Wolfsburgern wechselte und einen Vierjahresvertrag unterzeichnete.
goe/dpa
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