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13.02.2007
 

Ausschreitungen

Lok Leipzig droht Verbandsausschluss

Von Pavo Prskalo

Der 1. FC Lokomotive Leipzig muss nach den Krawallen am Wochenende mit harten Konsequenzen rechnen. Geldstrafen, Spielsperren oder sogar ein Ausschluss aus dem sächsischen Fußballverband drohen dem Club. Lok-Präsident Kubald will an seinem Amt festhalten.

Leipzig - "Wir prüfen derzeit die Strafmündigkeit", sagte Stephan Oberholz, Vorsitzender des Verbandsgerichts des sächsischen Fußballverbandes zu SPIEGEL ONLINE: "Unsere Statuten sehen für solche Fälle Geldstrafen, Sperren bis zu zwei Jahren, Entzug von Aufstiegsrechten oder auch einen Verbandsausschluss vor."

Lokomotive-Flagge: Verein droht Verbandsausschuss
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Getty Images

Lokomotive-Flagge: Verein droht Verbandsausschuss

Aufgrund früherer Vorfälle sei Lokomotive durchaus als vorbelastet einzustufen, so der Vorsitzende. "Mit einer Entscheidung des Gerichts ist aller Voraussicht nach Ende Februar, Anfang März zu rechnen", erklärte Oberholz, der mit einer mündlichen Verhandlung rechnet.

Nach der Partie Lokomotive Leipzig gegen Erzgebirge Aue II war es vor dem Bruno-Plache-Stadion zu schweren Ausschreitungen zwischen 800 Lok-Anhängern und 300 Polizisten gekommen. 36 Polizisten wurden verletzt, ein Beamter wurde mit einer Schreckschusspistole beschossen, ein anderer musste sogar einen Warnschuss abfeuern. Nach Angaben von Oberholz werde auch gegen Aue ermittelt. Die Erzgebirge-Anhänger hatten während der Partie begonnen, Rauchbomben und Feuerwerkskörper auf die Lok-Fans zu werfen.

Lok-Vorsitzender Steffen Kubald zeigte sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE überrascht von den möglichen Konsequenzen für seinen Club. Er habe am Morgen mit dem Präsidenten des sächsischen Fußballverbands, Klaus Reichenbach, gesprochen. Dieser habe im Bezug auf einen möglichen Ausschluss nichts erwähnt, so Kubald. Für morgen, 16 Uhr kündigte er im Leipziger Rathaus eine Gesprächsrunde an. Daran sollen neben dem Lok-Vorstand auch die Polizei sowie Vertreter der Sicherheitsbehörde teilnehmen. "Dabei werden wir das weitere Vorgehen besprechen", sagte Kubald.

Bereits am gestrigen Abend hatte eine Sitzung von Vereinsvorstand und Aufsichtsrat von Lokomotive stattgefunden. Dabei wurden keine personellen Konsequenzen aus den Geschehnissen gezogen. "Der komplette Vorstand sowie Aufsichtsrat habe dabei beschlossen, im Amt zu bleiben", bestätigte Kubald SPIEGEL ONLINE. Beim nächsten Heimspiel am 24. Februar gegen den SSV Stötteritz sollen Haus- und Stadionverbote ausgesprochen werden.

"Wir werden alles dafür tun, diese Chaoten dingfest zu machen", so Kubald. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird derzeit gegen drei Rowdys wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Zudem werde das im Stadion zuständige Sicherheitspersonal aufgestockt. Noch vor zwei Tagen hatte Kubald SPIEGEL ONLINE erklärt, die rund 70 Ordnungskräfte, die gegen Aue im Stadion waren, seien "zu viele" gewesen.

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