Hamburg - Schalke unterlag Leverkusen 0:1 (0:0) und kassierte damit die erste Heimniederlage der Saison. Der Vorsprung des Tabellenführers schmolz damit auf vier Punkte auf den VfB Stuttgart zusamen. Bremen vergab aufgrund des 2:2 bei Borussia Mönchengladbach den Sprung auf den zweiten Platz.
Die Mannschaft hätte "mehr verdient gehabt", sagte ein enttäuschter Schalker Trainer Mirko Slomka. "Wir haben richtig Vollgas gegeben und Druck aufgebaut. Es ist aber nicht zu ändern, wir müssen uns auf die nächsten Spiele konzentrieren. Wir haben immer noch ein paar Punkte Vorsprung."
In der ersten Hälfte sahen die Fans in der Veltins-Arena ein schwaches Spiel beider Teams. Schalke wirkte im Angriff einfallslos, Leverkusen schien vor allem auf Sicherheit bedacht. Erst kurz vor dem Seitenwechsel hatte Kevin Kuranyi die erste gute Einschussmöglichkeit.
Das änderte sich im zweiten Durchgang. Der Tabellenführer setzte die Leverkusener Spieler unter Druck und kam zu Chancen beinahe im Minutentakt. Karim Haggui klärte nach einem Heber von Halil Altintop auf der Linie. Und was nicht knapp am Tor vorbeiging, das wehrte Torwart René Adler bei seiner Bundesliga-Premiere ab. "Er hat uns mit Weltklasseparaden den Sieg gerettet hat", lobte Bayer-Coach Michael Skibbe. Was die Schalker nicht schafften, gelang dem eingewechselten Stefan Kießling dafür auf der Gegenseite. Einen Leverkusener Konter schloss er zum 1:0 (85.) ab, nachdem er im Strafraum zwei Abwehrspieler aussteigen ließ.
Bitter für die "Knappen" zudem: Lincoln sah nach dem Schlusspfiff aufgrund einer Tätlichkeit gegen Bernd Schneider die Rote Karte. Eine Aktion, die auch Hamit Altintop wütend machte: "So etwas darf nicht passieren. Die Bilder lügen nicht", sagte er. Slomka erklärte, dass man darüber reden müsse. "Wir haben genug Sorgen aufgrund der vielen Verletzten, und dann bestrafen wir uns auch noch selbst. Allerdings gingen im Spiel auch einige Provokationen von Schneider in Richtung Lincoln voraus. Eine längere Sperre tut uns sehr weh, aber wir haben auch ohne Lincoln schon gute Spiele gemacht", stellte der Trainer fest. Schneider indes erklärte: "Ich habe ihm nur gesagt: Und Du willst Brasilianer sein. Das hat er wohl falsch verstanden."
Neben Lincoln werden die Schalker am kommenden Freitag gegen den Hamburger SV (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wohl auch auf Mladen Krstajic verzichten müssen. Er zog sich einen Rippenbruch zu.
Bremen kassiert späten Ausgleich
"Wir haben gesehen, dass Schalke verloren hat und schienen wieder richtig gut dabei. Aber leider haben wir uns nicht konzentriert und noch ein dummes Gegentor bekommen", schimpfte Werder-Torschütze Jurica Vranjes Und Torhüter Tim Wiese ergänzte: "Das war unsere eigene Dummheit".
Bremen war dank eines Treffers von Pierre Womè in der elften Minute in Führung gegangen. Der Abwehrspieler zog aus 35 Metern ab, Gladbachs Torhüter Kasey Keller kam zwar mit einer Hand noch an den Ball, konnte das 0:1 jedoch nicht verhindern. Die Gastgeber jedoch zeigten sich keineswegs geschockt. Peer Kluge setzte sich im Mittelfeld gegen zwei Bremer durch und spielte anschließend einen Pass auf Michael Delura. Der lief allein auf das Werder-Tor zu und schob zum 1:1 ein (17.). Kurz darauf bewahrte Keller sein Team vor einem erneuten Rückstand, als er einen 25-Meter-Schuss von Naldo parierte. Nach der Pause bestimmte die Borussia das Spiel. Delura schoß in der 51. Minute an das Außennetz, zwei Minuten später wehrte Wiese einen Schuss von Peer Kluge ab. Bremen wirkte in dieser Phase unsicher im Spielaufbau und der Abwehr, hätte durch Miroslav Klose jedoch beinahe das 2:1 erzielt. Der Kopfball des Nationalstürmers aus sechs Meter Entfernung wurde jedoch von Keller gehalten.
Die letzten 20 Minuten dürckte Bremen auf den Siegtreffer. Mönchengladbach verlegte sich auf das Kontern, dabei vergab die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay aber mehrfach gute Möglichkeiten, einen zweiten Treffer zu erzielen. Das rächte sich: In der 84. Minute traf Vranjes nach einer missglückten Abwehr der "Fohlen" doch noch zum 2:1. Aber Mönchengladbach kam noch einmal zurück - Nando Rafael war in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 erfolgreich. "Wir leben noch", freute sich Luhukay nach seinem ersten Heimpunkt: "Man braucht auch ein Quäntchen Glück. Aber die Mannschaft hat große Moral gezeigt und nicht mal unverdient den Ausgleich gemacht."
mt/sid
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