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27.02.2007
 

Kurzpässe

Rost unterstützt Fans, "Kaninchen" verlässt Barcelona

Frank Rost setzt sich für die Rechte der Fans ein. Genuas Staatsanwaltschaft fordert Haft für italienische Funktionäre. Der Stadion-Neubau in Dresden wird immer wahrscheinlicher. Englands Verband klagt Spitzenvereine an. Das "Kaninchen" wechselt den Verein.

Hamburg - Die Zusagen zur Mitarbeit von HSV-Torhüter Frank Rost und Moderator Günther Koch haben den Startschuss für die Arbeit des im Dezember letzten Jahres gegründeten Fanrechtefonds gegeben. Mit ihnen ist der 14-köpfige Beirat der Organisation komplettiert worden. Ab sofort wird der Fonds nun Fußballfans beistehen, die zu Unrecht kriminalisiert wurden. Zu diesem Zweck sind bereits mehr als 7500 Euro von Fans aus ganz Deutschland auf das Treuhandkonto eingezahlt worden.

HSV-Torwart Rost mit Anhänger: "Nicht zu Lasten der echten Fans"
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Getty Images

HSV-Torwart Rost mit Anhänger: "Nicht zu Lasten der echten Fans"

Das gespendete Geld wird zur finanziellen Unterstützung von Anhängern verwendet, die beispielsweise Stadionverbote erhalten haben, und gerichtlich dagegen vorgehen. Unterstützt werden allerdings nur Fans, die rechtswidrig behandelt wurden. Anträge von angemessen bestraften Gewalttätern werden abgelehnt. "Sicherlich verstehe ich alle, die nach den Ereignissen der letzten Wochen verlangen, dass hart gegen Randalierer durchgegriffen werden muss. Dieses darf aber in keinem Fall zu Lasten der echten Fans gehen", so Rost.

Die Massenschlägerei im englischen Ligapokalfinale zwischen dem FC Chelsea und dem FC Arsenal hat ein juristisches Nachspiel. Englands Fußball-Verband FA erhob heute Anklage gegen die beiden Vereine sowie Arsenal-Profi Emmanuel Eboué. Zugleich verhängte die FA gegen Jon Obi Mikel von Cupgewinner FC Chelsea und Arsenals Emmanuel Adebayor mehrwöchige Sperren. Spielern und Offiziellen der beiden Premier-League-Clubs wird "provokatives und/oder gewalttätiges Verhalten" vorgeworfen. Sie müssen bis zum 14. März schriftlich Stellung beziehen. Die FA wies die Einsprüche von Chelsea und Arsenal gegen die Platzverweise zurück.

Mikel wurde als Wiederholungstäter für vier, Adebayor für drei Spiele gesperrt. Das Strafmaß gegen Arsenals Kolo Toure, der am vorigen Sonntag als dritter Spieler eine Rote Karte gesehen hatte, wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Zudem droht Eboué eine nachträgliche Sperre. Fernsehbilder belegen, dass er Chelseas Wayne Bridge mit einem Schlag in den Nacken zu Boden schickte, ohne dass Schiedsrichter Howard Webb diese Tat ahndete. An der Schlägerei in der Nachspielzeit waren insgesamt 20 Personen beteiligt.

Der argentinische Nationalspieler Javier Saviola wechselt laut spanischen Medienberichten nach Saisonende ablösefrei vom Meister FC Barcelona zum Ligarivalen FC Villarreal. Der 25 Jahre alte Torjäger, "el conejo - das Kaninchen" genannt, soll dort einen Vertrag über vier Jahre erhalten.

Der Wechsel könnte auch Auswirkungen auf den VfB Stuttgart haben. Durch die Verpflichtung Saviolas sind die Karten des an Villarreal ausgeliehenen Stürmers Jon Dahl Tomasson auf einen dauerhaften Verbleib in Spanien gesunken. Der bei den Schwaben ausgemusterte Däne könnte deshalb im Sommer an den Neckar zurückkehren.

Regionalligist Dynamo Dresden erhält grünes Licht für ein neues Stadion. Das Regierungspräsidium Dresden wird nach Aussage eines Sprechers vermutlich in der kommenden Woche die Zustimmung für das Projekt geben. "Aller Voraussicht nach jedoch mit Auflagen", sagte Sprecher Holm Felber der "Sächsischen Zeitung". Dynamo benötigt die Zusage für den Stadionneubau dringend für die am 1. März beginnenden Lizenzverhandlungen mit dem DFB, der in der Vergangenheit in puncto Spielstätte immer wieder nachsichtig war. Der Sportstättenbauer HBM will eine reine Fußball-Arena für 32.400 Zuschauer errichten. Die Kommune, Eigentümer des Areals in der City, bürgt mit rund 40 Millionen Euro für einen Großteil der Bausumme. Im Juni soll mit dem auf 17 Monate veranschlagten Bau begonnen werden.

Der bulgarische Fußball-Verband hat zwei Schiedsrichter nach zahlreichen Fehlentscheidungen lebenslang gesperrt, drei weitere wurden für ein Jahr ausgeschlossen. Bereits in der Hinrunde waren vier Schiedsrichter wegen ähnlicher Vorwürfe mit einer Sperre belegt worden. "Es haben sich eine Menge Fehler angehäuft und viele Vereine haben sich beschwert", begründete Borislaw Alexandrow, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses die strenge Maßnahme. Vor allem Spitzenclubs wie Meister Lewski Sofia oder Stadtrivale ZSKA sollen Druck auf den Verband ausgeübt haben.

Die Staatsanwaltschaft Genuas hat acht Monate Haft für den Präsidenten des italienischen Zweitligisten Genua Calcio, Enrico Preziosi, gefordert. Die gleiche Strafe wurde für den Präsidenten des Zweitligisten AC Venezia, Franco Dal Cin, und seinen Sohn Michele beantragt. Ihnen wird jeweils Sportbetrug vorgeworfen. Die Staatsanwälte verweisen auf abgehörte Telefonate, aus denen hervorgehen soll, dass Preziosi Bestechungsgelder an den AC Venedig bezahlt habe. Vor dem letzten Meisterschaftsspiel der Serie B zwischen Genua und Venedig (2:1) im Jahr 2005 soll einem Club-Manager der Venezianer von Unbekannten ein Koffer mit 250.000 Euro übergeben worden sein. Der Fußballverband hatte daraufhin den Zwangsabstieg von Genua in die Dritte Liga beschlossen.

fs/sid/dpa

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