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12.03.2007
 

Röber-Nachfolger

Magath will Pause statt Job in Dortmund

Trainersuche statt Ursachenanalyse: Nach dem Rücktritt Jürgen Röbers will Borussia Dortmund schon morgen einen Nachfolger präsentieren. Felix Magath sagte umgehend ab, ein weiterer Kandidat soll Thomas Doll sein. Röber kritisierte unterdessen die Einstellung der Spieler.

Dortmund - Die Situation ist prekär: Ratlos und frustriert hat Röber bei den abstiegsbedrohten Dortmundern nach nur zehnwöchiger Amtszeit seinen Rücktritt erklärt und bei den Westfalen die hektische Suche nach einem Nachfolger ausgelöst. Felix Magath, den der BVB kontaktiert hatte, sagte bereits ab. "Herr Magath möchte eine Pause haben", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den "Ruhr Nachrichten". Er sei allerdings zuversichtlich, "am Dienstag einen Nachfolger präsentieren zu können".

Trainer Magath, Doll: "Er muss die Mannschaft in den Griff kriegen"
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DPA

Trainer Magath, Doll: "Er muss die Mannschaft in den Griff kriegen"

Mit seinem Rückzug kam Röber der Vereinsführung entgegen. Denn Geschäftsführer Watzke und Sportmanager Michael Zorc hatten ihre Suche nach einem vermeintlichen Retter, der den nur noch einen Punkt von der Abstiegszone entfernten Branchenriesen von einem folgenschweren Absturz in die Zweitklassigkeit bewahren soll, längst intensiviert.

Dabei bahnt sich eine überraschende Kehrtwende an: Der lange Zeit als Wunschkandidat für die kommende Saison gehandelte Thomas von Heesen scheint aus dem Rennen zu sein. Insider glauben, dass sich von Heesen damit auch für die kommende Saison aus dem Kandidatenkreis bugsiert hat. Als Favorit auf den Job gilt jetzt Ex-HSV-Trainer Thomas Doll. Eine weitere Option wäre auch Dortmunds Urgestein Jürgen Kohler, der zuletzt den MSV Duisburg trainierte.

"Hatte auf dem Trainingsplatz ein Scheißgefühl"

Abschreckend auf die prominenten Trainernamen dürfen allerdings die Aussagen wirken, die Röber heute über sein ehemaliges Team machte. "Ich hatte auf dem Trainingplatz oft ein Scheißgefühl. Es hat mir gesagt, schick diesen oder jenen Spieler sofort in die Kabine. Er soll sich umziehen, wenn er keine Lust hat zu arbeiten. Ich hätte zudem den einen oder anderen aus dem Kader streichen sollen", kritisierte Röber in einem Interview mit den "Ruhr Nachrichten".

In nur wenigen Wochen hatte Röber vom Einzelgespräch bis zum Trainingslager alle Register gezogen - aber nichts bewirken können. Dabei habe er sich Ende letzten Jahres mit voller Überzeugung für das Halbjahres-Engagement beim BVB entschieden. Unter dem Strich blieb in seiner Amtszeit der 3:2-Erfolg gegen Meister Bayern München zum Rückrundenstart das einzige Highlight. Danach gab es nur noch einen Sieg (1:0 gegen Mönchengladbach), fade Vorstellungen und zunehmend empörte Fans, die ihrem Unmut in Bochum mit einer Sitzblockade vor dem Mannschaftsbus Luft machten. So schlecht war der BVB zuletzt vor 35 Jahren in der Spielzeit 1971/72 in eine Rückrunde gestartet und am Ende für vier Jahre aus der Bundesliga verschwunden.

Mannschaft ohne Mumm

Die Stimmung beim börsennotierten Club vor der sportlichen Pleite nach erfolgreicher wirtschaftlichen Sanierung erinnert an den Horror-Frühling 1999/2000, als der BVB in sportlich ähnlich brisanter Situation ebenfalls zweimal den Trainer wechselte. Nach dem Rauswurf von Michael Skibbe nach dem 18. Spieltag folgte Bernd Krauss für elf Spiele, bevor das Duo Matthias Sammer und Trainer-Oldie Udo Lattek den BVB in den letzten fünf Saisonspielen vor dem Abstieg bewahrte.

"Die aktuelle Situation ist genauso prekär und sehr problematisch", sagte der wegen seiner Personalpolitik ebenfalls in die Kritik geratenen Sportdirektor Zorc. Watzke hatte am Samstag nach dem alarmierenden Auftritt seiner Mannschaft ohne Mumm, Leidenschaft und Charakter "eine gründliche Analyse" angekündigt.

Jetzt sieht alles eher nach einem Schnellschuss aus. Denn die Zeit drängt. Das Konzept der mit Uefa-Cup-Ambitionen in die Saison gestarteten Borussia, auf einen Übergangstrainer zu setzen, ist grandios gescheitert. "Spätestens nach der Niederlage in Bochum bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass in dieser Mannschaft längst nicht alle den Ernst der Lage begriffen haben", klagte Röber.

Watzke äußerte Verständnis für die Entscheidung Röbers. "Wir müssen das respektieren. Er hat uns in einer schwierigen Situation geholfen, aber es hat nicht funktioniert. Er hat uns gesagt, dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht", sagte der BVB-Geschäftsführer der dpa.

mig/sid/dpa

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