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23.04.2007
 

Nickerchen am Lenkrad

Middendorp nach Zechtour fahruntüchtig

Statt Schelte gab es Hilfsbekundungen: Obwohl Bielefelds Trainer Ernst Middendorp am Morgen nach dem Spiel in Wolfsburg stark alkoholisiert in seinem Auto aufgefunden wurde, stärkt ihm sein Präsident den Rücken - und will sogar seine Verteidigung übernehmen.

Bielefeld - "Die Kollegen haben vor Ort einen Alkoholwert festgestellt, der über der Marke der absoluten Fahruntüchtigkeit lag", sagte ein Sprecher der Polizeibehörde Gütersloh dem Sport-Informations-Dienst (sid). Ab 1,1 Promille gilt der Führer eines Kraftfahrzeuges als fahruntüchtig. Middendorp droht wegen seiner Promillefahrt nun ein längerer Entzug der Führerscheins.

Arminia-Coach Middendorp: Bedauern zum Ausdruck gebracht
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DDP

Arminia-Coach Middendorp: Bedauern zum Ausdruck gebracht

Der Arminia-Coach war in der Nacht zum Sonntag gegen 3 Uhr nach dem Sieg beim VfL Wolfsburg (3:2) in seinem Auto im westfälischen Halle nach dem Hinweis eines Zeugen erwischt worden. Er hatte den Wagen halbseitig auf dem Gehweg abgestellt, der Motor lief nicht mehr. "Er wurde auf die Polizeistation in Halle gebracht, dort wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Mit dem Ergebnis rechnen wir noch in dieser Woche. Die Ermittlungen dauern an", sagte der Polizeisprecher und ergänzte: "Von der Wache ist Herr Middendorp mit einem Taxi in sein Hotel gefahren." Über den Vorfall hatte Middendorp den Verein am Sonntagmorgen in Kenntnis gesetzt und sein Bedauern zum Ausdruck gebracht. In einer Stellungnahme hatte der abstiegsbedrohte Club erklärt, dass man zunächst das Ergebnis der Ermittlungen abwarte, man aber davon ausgehe, dass niemand zu Schaden gekommen sei. Geschäftsführer Roland Kentsch hatte im Hinblick auf mögliche Konsequenzen erklärt: "Für den Fall, dass nichts Außergewöhnliches dabei herauskommt - und davon gehen wir aus - kann ich das ausschließen."

Auch Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick stellte sich vor seinen Coach: "Er bleibt Trainer. Das ist eindeutig, und es wird kein Weg daran vorbei führen", sagte der Anwalt heute der Nachrichtenagentur dpa. Vor möglichen vereinsinternen Konsequenzen wollen die Bielefelder Verantwortlichen das Ergebnis der Blutprobe abwarten. "Diese Sache wird nicht zum Hauptthema hochstilisiert. Unsere ganze Konzentration gilt dem Kampf um den Klassenverbleib", sagte Schwick, der laut "Bild"-Zeitung sogar Middendorps Verteidigung übernehmen soll.

fpf/sid/dpa

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