Essen - "Das sind Vollidioten, die den Fußball zerstören", sagte Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf zu den Vorkomnissen in der Zweitliga-Partie zwischen Rot-Weiß Essen und Rostock (0:0) gestern Abend, die von Schiedsrichter Jochen Drees in der 51. Minute aufgrund eines Feuers und Krawallen im Gästeblock für knapp 15 Minuten unterbrochen werden musste. Der DFB hat mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen. Da es sich vermutlich um Hansa-Fans handelte, rechne er mit einer Strafe für seinen Verein, sagte Vorstandschef Dirk Grabow. Allerdings hofft Pagelsdorf auf Milde, obwohl die Gäste-Anhänger als Wiederholungstäter gelten. In dieser Saison kam es schon bei Rostocker Auswärtsspielen in Burghausen, Karlsruhe und Babelsberg (Pokal) zu Vorkommnissen. Der Coach meinte: "Das waren Leute, die dem Club bewusst schaden wollten." Torwarttrainer Perry Bräutigam vermutete seinerseits einen Racheakt: "Ich hatte den Eindruck, dass die Krawalle in Essen geplant waren." Ebenso verärgert reagierte Hansa-Manager Stefan Studer, der sagte: "Da muss man von Idioten sprechen, die dem Fußball schaden und leider ganz klar dem FC Hansa Rostock."
Auslöser der Spielunterbrechung war ein durch ein Leuchtfeuer entstandener Brand im Block der Rostocker Zuschauer. Während sich die Spieler auf den Weg in die Kabinen machten, kam es auf dem Tribünenabschnitt zu Panik. Zudem flogen weitere Feuerwerkskörper. Erst als eine Hunderschaft Polizei in den mit 1500 Fans gefüllten Block stürmte, kehrte wieder Ruhe ein. Die Essener Polizei gab heute bekannt, dass 75 Personen in Gewahrsam genommen worden seien, elf von diesen müssten mit einem Strafverfahren rechnen. Das Rote Kreuz leistete 14 Mal Hilfe bei verletzten Personen.
Sportdirektor Olaf Janßen von Rot-Weiß Essen sieht für seinen Club unterdessen keine schwerwiegenden Konsequenzen aus den Ereignissen, da er nicht glaube, dass der Club seine Aufsichtspflicht verletzt hat: "Wenn jemand Feuerwerk ins Stadion schmuggeln will, schafft der das auch." Clubchef Rolf Hempelmann fürchtet ebenfalls keine Strafe für RWE: "Die Deutsche Fußball-Liga wird genau hinschauen und differenzieren, in welchen Zuschauerblöcken diese Randale stattfand", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete, der auch die Politik in die Pflicht nahm: "Insbesondere die Landesregierungen sind gefordert."
mt/dpa/sid
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