München – Beckenbauer hatte in den vergangenen Wochen mehrfach öffentlich erklärt, dass er mit dem Zustand des FC Bayern sehr unzufrieden sei. "So kann es nicht mehr weitergehen. Es ist Zeit für einen großen Schnitt. Wir müssen von vorne anfangen und ein (fast) neues Team aufbauen", verkündete Beckenbauer via "Bild"-Zeitung, "die Saison ist verkorkst."
Die Aussagen des Clubpräsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern AG waren eine unverhohlene Aufforderung an den Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge und Manager Uli Hoeneß, den Club wieder flott zu machen. Erstmals seit zehn Jahren werden die Münchner kommende Spielzeit nicht in der Champions League vertreten sein.
Rummenigge verbittet sich Beckenbauers Einmischung. "Das irritiert nicht nur uns im Vorstand, sondern auch die Mitglieder der anderen Gremien wie Verwaltungsrat und Aufsichtsrat", sagte Rummenigge der "Welt am Sonntag". Immerhin kann sich der ehemalige Bayern-Profi über ökonomischen Fortschritt freuen.
Der Umsatz des Clubs werde sich "um gut zehn Prozent auf 220 Millionen Euro" erhöhen, sagte Rummenigge. "Und der Gewinn wird um mehr als 100 Prozent gesteigert." Die Bayern hatten im vergangenen Geschäftsjahr (2005/2006) bei einem Umsatz von 204,7 Millionen Euro einen Gewinn von 4,8 Millionen Euro nach Steuern ausgewiesen.
Das Verpassen der Champions League werde dem FC Bayern keine großen Einbußen einbringen, so Rummenigge. Die rund 19,5 Millionen Euro, die man als Bundesliga-Dritter eingenommen hätte, seien bei entsprechendem sportlichem Erfolg annähernd auch im Uefa-Cup zu erzielen. "Denn da können wir uns selbst vermarkten. Und die Nachfrage der TV-Sender, die die Spiele des FC Bayern exklusiv senden möchten, ist riesengroß", sagte Rummenigge.
ach/sid/dpa
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