Hamburg - Neun Minuten durfte sich der FC Schalke 04 als Meister fühlen, als die Königsblauen zwischenzeitlich 2:0 gegen Arminia Bielefeld führten und Tabellenführer VfB Stuttgart sensationell gegen Cottbus 0:1 zurücklag. Dann nahm sich Thomas Hitzlsperger vor 56.000 Zuschauern ein Herz, drosch eine Ecke von Pavel Pardo mit dem linken Fuß aus 18 Metern direkt ins Energie-Tor und erzielte das so wichtige 1:1 für den VfB in der 27. Minute. Ab diesem Moment glaubten die Schwaben wieder an sich, kontrollierten das Spiel bis zum Schluss - und sicherten sich den fünften Deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte.
Zunächst schien es jedoch so, als habe das Drehbuch dieses letzten Spieltags für die Schwaben eine Horrorgeschichte vorgesehen. In der Veltins-Arena auf Schalke, wo der Tabellenzweite aus Gelsenkirchen nur noch theoretische Chancen auf den Titel hatte, gingen die Gastgeber schnell in Führung. Der Brasilianer Lincoln (11.) und der Türke Halil Altintop (16.) sorgten für ein frühes 2:0 und setzten den VfB damit unter Druck. Ein Sieg mit vier Treffern Unterschied würde nun zur Meisterschaft reichen, sollte der VfB über ein Unentschieden nicht hinauskommen.
Doch im Gottlieb-Daimler-Stadion stand es nach 19 Minuten sogar 0:1 aus Sicht des Tabellenführers. Sergiu Radu brachte die Gäste aus der Lausitz völlig überraschend in Führung - in der Arena war es plötzlich ganz still. Sollte tatsächlich das Unerwartete eintreten und der FC Schalke aus aussichtsloser Position noch am VfB vorbeiziehen? Neun Minuten später beantwortete Nationalspieler Hitzlsperger mit seinem Gewaltschuss die Frage mit "nein".
Sami Khedira, ausgerechnet der Mann, mit dem sich Hitzlsperger zu Saisonbeginn ein viel beachtetes Duell um einen Stammplatz geliefert hatte, beseitigte in der 63. Minute dann sämtliche Zweifel am Titelgewinn für Stuttgart, als er zum 2:1 (1:1)-Endstand traf. In Schalke stand es nach 90 Minuten dank Radim Kuceras Treffer ebenfalls 2:1 (2:0). Ein Ergebnis, das die Feldüberlegenheit der Heimmannschaft nur unzureichend widerspiegelt - aber wegen des Resultats in Stuttgart fragt danach am Ende keiner mehr.
"Wovon wir immer geträumt haben, ist Wirklichkeit geworden, das ist einfach überragend", sagte Hitzlsperger nach dem Spiel und bezeichnete den Gewinn des Titels als "schönsten Tag" seiner Karriere. Fernando Meira räumte ein, dass man "viele Sekunden" habe zittern müssen, "aber Gottseidank haben wir es noch geschafft", so der Kapitän der jüngsten Bundesliga-Mannschaft der Saison, die ihre vergangenen Meisterschaftsspiele allesamt gewonnen hat - und für ein Novum sorgte: Noch nie stand ein Team am Ende ganz oben, das nach dem ersten Spieltag noch Letzter war. Der VfB hat am kommenden Samstag zudem noch die Chance, sich den zweiten Titel zu sichern. Im DFB-Pokal-Finale trifft der Veh-Club auf den 1. FC Nürnberg.
goe
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Danke, was Werder betrifft: eine sehr angemessene Einstellung. Auch die Feinheit, die nicht jedem gegeben ist, Naldo als Top herauszustellen, verdient Anerkennung wegen des Sachverstandes. Zum Glück gehört er zu denen, die ihren [...] mehr...
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