Frage: Herr Asamoah, Schalke 04 hat wieder auf der Zielgeraden die Meisterschaft verspielt. Was geht in Ihnen vor?
Gerald Asamoah: Wir sind selbst schuld, dass wir am Ende nicht oben stehen. Deshalb ist die Enttäuschung groß. Trotzdem haben wir keine schlechte Saison gespielt, darauf können wir stolz sein.
Schalke-Profi Asamoah: "Nichts in der Hand"
Asamoah: Ich habe 2001 miterlebt, das hier kann mir keinen Knacks mehr geben. Damals hatten wir aber am Ende wenigstens noch den Pokal. Jetzt haben wir eine Supersaison gespielt, jedoch nichts in der Hand.
Frage: Immerhin sind Sie zum dritten Mal nach 2001 und 2005 direkt für die Champions League qualifiziert.
Asamoah: Man freut sich schon, dass man wieder dabei ist. Aber wenn man so lange oben steht, will man auch Meister werden.
Frage: Woran hat es gelegen, dass es am Ende wieder nicht gereicht hat?
Asamoah: Wir haben die Spiele, die zählten, nicht gewonnen. Zum Beispiel vor drei Wochen in Bochum. Stuttgart hat uns vorgemacht, wie man da gewinnt. Oder letzte Woche in Dortmund, da haben wir als Mannschaft versagt, das war der Grund, warum wir nicht Meister geworden sind.
Frage: Dabei war es nie so einfach, Meister zu werden.
Asamoah: Wenn Du ein Rennen hast, in dem die Bayern nicht dabei sind, ist es immer einfach. Wir hatten alles in der Hand, deshalb tut es enorm weh. Wenn ich weiter drüber nachdenke, könnte ich heulen.
Frage: Ist es für Sie eine Überraschung, dass Stuttgart Meister geworden ist?
Asamoah: Keiner hat damit gerechnet, dass sie so aufspielen. Es ist schon überragend, was da geleistet worden ist. Dass sie am Ende Meister werden, hat kaum jemand gedacht.
Frage: Die Fans haben Sie noch eine Dreiviertelstunde nach dem Abpfiff gefeiert. Haben Sie so ein Ende erwartet?
Asamoah: Es ist bewundernswert, wie die Fans uns gefeiert haben. Sie leiden schon seit Jahren. Ich habe eigentlich erwartet, dass sie uns beschimpfen, aber sie haben uns gefeiert.
Frage: Ist der Meistertitel in der nächsten Saison wieder das Ziel?
Asamoah: Wir haben eine Mannschaft, mit der wir jedes Jahr vorne mitspielen können. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.
Frage: Und was passiert jetzt? Wie lassen Sie die Saison ausklingen?
Asamoah: Es hätte eine Superparty geben können. Jetzt gibt es vielleicht Frustsaufen.
Aufgezeichnet von Thomas Lipinski, sid
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