"Die 60er Jahre von Braunschweig als erfolgreich zu bezeichnen, wäre fast schon untertrieben. 1967 holte die Eintracht den Bundesliga-Titel und stand im Europapokal der Landesmeister. Wir mitten im Konzert der Großen, das war schon was. Eine riesige Euphorie herrschte damals, besonders bei den Heimspielen. Im Viertelfinale wartete der italienische Meister Juventus Turin auf uns.
Ganz ehrlich, kein Gegner wäre mir damals lieber gewesen. Gegen die Italiener hatten wir im Sommer ein Freundschaftsspiel bestritten und 2:1 gewonnen. Unschlagbar waren die also nicht. Trotzdem lief das Europapokalspiel alles andere als glücklich.
Dabei schien der Abend des 31. Januar 1968, als das Hinspiel ausgetragen wurde, wie für mich gemacht: 18er-Alustollen und aussehen wie eine Drecksau – als knochenharter Verteidiger liebte ich das. In der zwölften Minute knallte mir der Italiener Erminio Favalli einen Ball aus fünf Metern ans Schienbein. Ich konnte nur noch zusehen, wie der Ball ins Netz kullerte. Eigentor! Heute würde man sagen "abgefälscht", aber davon sprach damals keiner. Mein Gott, was für ein Einstand! Ich war froh, dass ich meinen Fehler schnell wieder gutmachen konnte.
Kurz hinter der Mittellinie brach ich zu einem Sololauf auf. Als weit und breit kein Mitspieler frei war, zog ich aus 20 Metern selbst ab und traf zum 1:1. Der Ausgleichstreffer gab uns einen richtigen Schub. Kurz vor der Pause kloppten wir den Turinern noch mal zwei rein. Zur Halbzeit führten wir 3:1, und die Fans feierten, als wären wir schon im Halbfinale. Mein Eigentor hatte ich zu diesem Zeitpunkt komplett verdrängt.
Sieben Minuten vor dem Ende warf Juventus noch einmal alles nach vorne. Von halbrechts kam eine Flanke in den Strafraum gesegelt, mein Mitspieler Joachim Bäse wollte klären, fälschte aber unglücklich ab. Der Ball traf mein Schienbein und trudelte gemütlich neben dem Pfosten ins Netz – schon wieder, 3:2, mein zweites Eigentor. In mir brach eine Welt zusammen. Als die Fans nach dem Spiel unseren Sieg feierten, saß ich wie ein Häufchen Elend in der Kabine.
Mein Kollege Lothar Ulsaß versuchte mich zu trösten: "Kopf hoch, wer schießt schon drei Tore im Europapokal?" Die wahre Tragik sollte mir erst zwei Wochen später aufgehen. Beim Rückspiel in Turin am 28. Februar 1968 hielten wir bis zur 88. Minute ein 0:0. Das Halbfinale war zum Greifen nahe. Dann dribbelte der Turiner Luis Del Sol durch das gesamte Mittelfeld.
Mein Mitspieler Horst Berg lief die ganze Zeit neben ihm her; bis heute weiß ich nicht, weshalb er ihn nicht gefoult hat. Stattdessen wartete Berg, bis Del Sol im Strafraum war, und fuhr dann die Sense aus. Kaum getroffen, machte der Spanier einen schönen Segler, und der Schiedsrichter gab Elfmeter. Der wurde verwandelt - 1:0 für Juventus, Schlusspfiff. Ich war am Ende.
Die gesamten Gefühle der letzten Tage wühlten sich noch einmal nach oben: Mein 20-Meter-Ausgleichstreffer, die beiden unglücklichen Eigentore, und dann dieser idiotische Elfmeter. Jetzt fehlte uns das eine Tor, das wir im Hinspiel zu viel bekommen hatten.
Da es damals noch keine Auswärtstor-Regel gab, kam es am 20. März 1968 später zum Entscheidungsspiel. Ausgerechnet in Bern, wo Deutschland Weltmeister wurde, verloren wir 0:1. Das Tor erzielte nach 56 Minuten der Schwede Roger Magnusson. Ich machte in Bern eines meiner besten Spiele und war doch der unglücklichste Spieler auf dem Platz. Das 3:2 aus dem Hinspiel habe ich lange nicht verdaut. Wer weiß, wo die Eintracht heute stünde, wenn ich an diesem Tag statt drei nur einen Treffer erzielt hätte."
Aufgezeichnet von Christoph Ries
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aber in frankreich dominiert immer mal wieder ein verein das geschehen für ein paar jahre und dann ist die dominanz auch wieder vorbei. ist sicher einzigartig, dass bei einer meisterschaft, die weit länger als 100 jahre [...] mehr...
Ja..das ist der einzige Nachteil der BL, da die Bayern Alleinerrscher sind und keine dauerhafte Konkurenz haben. Daher haben sie alleine fast die Hälfte aller Meistertitel von 1963 bis heute geholt. Also seit die BL gespielt [...] mehr...
Deswegen konnte Lyon 7mal in Folge Meister werden (2002 - 2008)... mehr...
So ein Quatsch Roccker.Bei dir sind es immer Momentaufnahmen - die Zeit von 200 bis Rijkaards Antritt hat man sich fast geschämt zu sagen das man Barca Anhänger ist.Da waren dann Vereine wie Valencia und La Coruna Meister trotz [...] mehr...
Ich habe doch extra versucht auf die nicht Spitzenmannschaften einzugehen. Direkte Vergleiche sind da leider nicht möglich. Du meinst aber, weil Real und Barca sich so absetzen bedeutet das, dass die nicht Spitzenteams der La [...] mehr...
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