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22.08.2007
 

Wechsel-Poker

Valencia verzichtet auf van der Vaart

Von Clemens Gerlach und Mike Glindmeier

Aufatmen in Hamburg: Der FC Valencia hat sein Werben um HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart eingestellt. Das bestätigte HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer SPIEGEL ONLINE. Am Geld sei der Transfer nicht gescheitert, betont Beiersdorfers spanischer Kollege.

Hamburg - Der Hamburger SV hat das Ringen um seinen Kapitän Rafael van der Vaart gewonnen. Der FC Valencia hat sich offenbar damit abgefunden, dass der Niederländer derzeit keine Freigabe erhält und sucht nach einem anderen Spielmacher. "Der FC Valencia hat uns gestern offiziell darüber per Fax informiert", bestätigte Beiersdorfer auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. "Es ist für alle ein gutes Gefühl, dass Rafael weiter in Hamburg spielt", so Beiersdorfer.

Es habe sich herausgestellt, dass der Mittelfeldspieler nicht transferierbar sei, sagte Valencias Sportdirektor Miguel Angel Ruiz. "Der HSV ließ sich auf keine Verhandlungen ein", zitierte das Sportblatt "Marca" heute den Manager. "Er wollte den Spieler nicht abgeben." Wenn es in Deutschland vertraglich festgelegte Ablösesummen gäbe, hätte die Sache anders ausgesehen. "Am Geld hat es nicht gelegen."

Van der Vaart hatte in den vergangenen Tagen alles versucht, um doch noch vor Schließung des Transfermarktes am 31. August zu dem spanischen Champions-League-Teilnehmer zu wechseln. Vor der Heimpremiere des HSV gegen Bayer Leverkusen posierte er für die spanische Sportzeitung "AS" mit einem Trikot des FC Valencia. Nach Angaben des HSV soll der 24-Jährige für diese Provokation 50.000 Euro zahlen .

Kritik von allen Seiten

Gegen die Strafe verwahrt sich van der Vaart: "Ich zahle gar nichts." Doch HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer machte ihm einen Strich durch die Rechnung: "Da kann er gar nichts machen, das wird ihm vom Gehalt abgezogen. Rafael muss die Realität akzeptieren."

Valencia hatte für den niederländischen Nationalspieler 14 Millionen Euro geboten. Der HSV blieb jedoch trotzt zahlreicher Provokationen seines abwanderungswilligen Stars standhaft und gewährte van der Vaart keine vorzeitige Freigabe aus seinem bis zum 30. Juni 2010 befristeten Vertrag. Beiersdorfer gewann den Machtkampf gegen seinen besten Spieler - und darf sich zur Belohnung aller Wahrscheinlichkeit nach über einen neuen Vertrag freuen. Sein jetziger Kontrakt läuft im März 2008 aus. Dennoch empfindet Beiersdorfer keine Genugtuung. "Ich möchte das jetzt nicht weiter ausschlachten. Wichtig ist, das wieder Ruhe einkehrt", sagte Beiersdorfer SPIEGEL ONLINE.

Van der Vaart hatte seine aggressive Strategie stets mit einem Gespräch mit HSV-Präsident Bernd Hoffmann begründet, in dem ihm der HSV-Boss zugesagt habe, bei einer Offerte eines Topclubs zumindest zu verhandeln. Meldungen, wonach dem HSV zu Wochenbeginn ein auf 22 Millionen Euro erhöhtes Angebot für van der Vaart vom FC Valencia vorliegen würde, hat der Club nicht bestätigt.

Die "Sport-Bild" berichtet, dass sich die HSV-Aufsichtsräte bereits auf eine Schmerzgrenze von 25 Millionen Euro für van der Vaart geeinigt hatten. Durch das Theater sei der Preis allerdings auf über 30 Millionen Euro geklettert, schreibt das Blatt weiter. Da er den HSV 2009 für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro verlassen kann, ist ein Wechsel zur Winterpause oder im Sommer 2008 wahrscheinlich. Nur dann könnten die Hanseaten einen marktgerechten Preis erzielen. Ob der HSV versucht, den Spielmacher doch länger an der Elbe zu binden, wollte Beiersdorfer nicht kommentieren: "Wir haben die Öffentlichkeit in letzter Zeit zu Genüge bemüht."

Trotzdem dürfte es noch eine Weile dauern, bis in Hamburg Ruhe einkehrt. Heute meldete sich HSV-Mittelfeldspieler David Jarolim zu Wort. "Die Mannschaft braucht Ruhe, und er macht einen solchen Blödsinn", sagte der tschechische Nationalspieler der Prager Zeitung "Mlada fronta Dnes". Van der Vaart sei "eigentlich ein Teamplayer", sagte Jarolim. "Und auf einmal beginnt er, so scharf zu schießen. Ich verstehe, dass viele HSV-Fans sauer auf ihn sind."

Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger übte harte Kritik am Verhalten des HSV-Profis. "Der Fall van der Vaart ist ein für den Fußball sehr schädlicher Vorgang. Bei den Menschen entsteht der Eindruck, dass Verträge offenbar überhaupt keine Rolle mehr spielen", sagte Zwanziger der "Sport- Bild". "Wenn jeder Spitzensportler machen kann, was er will, haben wir überhaupt keine Sportkultur mehr", fügte er hinzu.

Mit Material von dpa und sid

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Die neuesten Beiträge:
23.08.2007 von sitiwati: fuer jeden Verein

und fuer jeden Spieler ist es schlecht, wenns Verletzungen gibt, dass sie man nun bei ballack, wie lamg hat der nun nicht gespielt und Chelsea zahlt, weiter wirft eine Verletzung einen Spielr zurueck, viele haben nach langer [...] mehr...

22.08.2007 von Dylan1941:

Es steht wohl nix im Vertrag drin...aber er beruft sich auf mündliche Vereinbarung.... Mal ein Beispiel: Sie fragen Ihren Chef ob Sie im V-Fall seinen Wagen haben könnten.Ihr Chef nickt ab und sagte im Prinzip schon. Dann [...] mehr...

22.08.2007 von Dylan1941:

Geld ist nicht immer alles! Siehe Bayern letztes Jahr und der Wechsel von Ballack zu Chelsea verbunden mit dem Einfall es ginge auch mit Schweinsteiger als dessen Ersatz gut. ALLERDINGS.......... Will sagen vDV müsste [...] mehr...

22.08.2007 von New Man: Mediation ist oft der Schlüssel

Van der Vaart bleibt dabei: der HSV soll verhandlungen versprochen haben für einen Fall wie der jetzt eingetretene. Das gibt mir schon zu denken. Auf jeden Fall war er subjektiv von dieser Sachlage überzeugt. Da der HSV das [...] mehr...

22.08.2007 von New Man:

Bei einem Spieler wie van der Vaart wäre das nur schlimm, wenn er lange verletzt wäre. Der HSV musste bei Vertragsabschluss wissen, wie sich das rechnet. mehr...

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