Frankfurt am Main - "Ich bin nicht nur enttäuscht, ich bin verletzt, tief verletzt, weil wir das von der Liga nicht kennen. Ich kann das nur als Doppelmoral bezeichnen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger heute bei der offiziellen Bestätigung der Vertragsverlängerung in Herzogenaurach.
DFL-Präsident Reinhard Rauball hatte den DFB nach Bekanntwerden der Entscheidung pro Adidas hart attackiert und erklärt, man habe das mit "erheblichen Bedenken" verfolgt. Der Verband, so Rauball, hätte aus Rücksicht auf die Bundesliga einen finanziell besseren Abschluss anstreben müssen. Die Offerte von Adidas-Konkurrent Nike lag mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro für acht Jahre (62,5 Millionen per annum) deutlich über der des deutschen Konkurrenten. Die DFL-Clubs kassieren 18 Prozent dieser Einnahmen.
"Kritik ist in Ordnung, der DFB macht nicht alles richtig und sein Präsident schon gar nicht. Aber das, was geschehen ist, werde ich nicht akzeptieren. Das hat der DFB nicht verdient", sagte Zwanziger, der sichtlich erbost ergänzte, sein Respekt vor den 36 Proficlubs hindere ihn, zu einer noch deutlicheren Wortwahl zu greifen. Die Liga habe dem DFB volle Verhandlungshoheit zugesprochen, sei nach Abschluss des Vertrages aber mit unsachlicher Kritik wortbrüchig geworden, so Zwanziger.
20 Millionen auch ab 2011
Für die Treue zum Sportartikel-Hersteller aus Herzogenaurach verzichtet der DFB auf Mehreinnahmen von rund 250 Millionen Euro, nachdem er das Konkurrenzangebot von Nike ausgeschlagen hat. Adidas soll für die Ausrüstung der DFB-Auswahlmannschaften statt bisher 11 ab sofort 20 Millionen Euro und ab 2011 dann 25 Millionen pro Jahr zahlen. "Für 2010 hatten wir uns zehn Millionen Euro vorgestellt. Wenn ich nun sage, dass wir das zweieinhalb- bis dreifache bekommen, liege ich sicherlich nicht falsch", sagte Zwanziger zu den Zahlen.
Nach dpa-Informationen zahlt Adidas auch ab 2011 jährlich 20 Millionen Euro an den DFB. Daneben umfasse die Vereinbarung eine intensive Zusammenarbeit mit den Landesverbänden, die Förderung des Nachwuchses, die Kooperation bei sozialen Projekten sowie das Engagement von Adidas beim Bau von Mini-Spielfeldern. Adidas-Chef Herbert Hainer bestätigte der Nachrichtenagentur, dass während der Laufzeit des neuen Vertrags keine Erhöhung der Zahlungen vorgesehen sei. "Es sind einheitliche Konditionen", sagte Hainer der dpa. Genaue Summen wollte er nicht nennen.
goe/sid/dpa
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