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10.10.2007
 

Kritik an Relegation

"Das sind zwei Spiele fürs Fernsehen"

Ab der Saison 2008 wird es im Profifußball wieder Relegationsspiele geben. Das hat die DFL beschlossen. Doch die Entscheidung, am Saisonende den Drittletzten der 1. Liga gegen den Dritten der 2. Liga um Auf- und Abstieg spielen zu lassen, stößt nicht überall auf positive Resonanz.

Frankfurt/Main - "Ich finde das überragend. Solche Endspiele sind es, die den Fußball ausmachen", erklärte Manager Christian Bönig vom Zweitligisten FC St. Pauli: "Das ist doch ein wunderbarer Nervenkitzel für alle Beteiligten." Zweitliga-Neuling SV Wehen Wiesbaden befürwortet die Wiedereinführung ebenso. "Das ist eine sehr gute Sache, weil es eben richtige Entscheidungsspiele nach dem Ende der Runde gibt", sagte Trainer Christian Hock. Obwohl Wehen als Dritter derzeit auf einem Aufstiegsrang liegt, sieht Hock die Neuregelung für die Hessen eher als Vorteil im Kampf gegen den Abstieg: "Sollten wir in dieser Saison die Klasse halten, wäre es im Jahr danach einfacher, drin zu bleiben."

Freiburg-Trainer Dutt: "Finde das nicht gut"
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DPA

Freiburg-Trainer Dutt: "Finde das nicht gut"

Klar gegen die neue Regelung ist Trainer Robin Dutt vom Zweitligisten SC Freiburg. "Ich finde das nicht gut, weil in zwei Spielen über die komplette gute Saison des Zweitligisten und die schlechte Saison des Erstligisten entschieden wird", sagte der Coach: "Wenn schon Relegation, dann zwischen dem Vierten der 2. Liga und dem Viertletzten der 1. Liga." Auch die Verantwortlichen von 1860 München können sich mit der wiederbelebten Relegation nicht anfreunden. "Ich halte nichts davon. Das Risiko nach unten ist jetzt zwar kleiner, die Chance nach oben aber auch", sagte Geschäftsführer Stefan Ziffzer. Trainer Marco Kurz meinte: "Das sind halt zwei Spiele für das Fernsehen."

Weitaus mehr Zustimmung für die Relegation gibt es von den Bundesliga-Vereinen. "Ich war dafür, denn die Planbarkeit für die Bundesligisten, Sponsoren und Investoren wird erhöht. Außerdem gibt es zwei Spiele mit hohem sportlichen Wert und großer Aufmerksamkeit", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß.

"Das ist spannend, weil in zwei engen, umkämpften Spielen über Auf- und Abstieg entschieden wird", schloss sich Trainer Frank Pagelsdorf von Aufsteiger Hansa Rostock an. Pagelsdorf hatte 1986 noch als Spieler selbst von den Relegationsspielen profitiert, als er mit Borussia Dortmund gegen Fortuna Köln den Abstieg verhinderte. Als "positive Sache" bewerteten Manager Steffen Heidrich von Energie Cottbus und sein Kollege Rolf Dohmen vom Karlsruher SC die Relegation. "Wir Vereine konnten ja selbst entscheiden", sagte Dohmen: "Ich habe zugestimmt."

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte gestern die Wiedereinführung der Relegationsspiele verkündet. Demnach bestreiten ab der kommenden Saison der Drittletzte der 1. Liga und der Dritte der 2. Liga zwei Entscheidungsspiele um einen Platz in der höheren Spielklasse. Dieselbe Regelung gilt für die 2. Liga und die 3. Liga, die in der kommenden Saison gegründet wird. Zuletzt hatte es 1991 Relegationsspiele zwischen Clubs der 1. und 2. Liga gegeben.

mti/sid

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