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21.11.2007
 

Fan-Affäre

Hoeneß droht mit Rücktritt

Der Frust bei Uli Hoeneß sitzt tief. Nach dem Konflikt mit den Fans des FC Bayern droht der Manager jetzt mit Rücktritt: "Wenn das nicht lösbar ist, höre ich auf", sagte er - und warnte vor italienischen Verhältnissen.

Hamburg - "Ich habe keine Lust, demnächst wie der Herr Galliani vom AC Mailand 24 Stunden unter Polizeischutz zu stehen. Oder wie in Marseille 5000 Freikarten an die Ultras zu verteilen", sagte Hoeneß "Sport Bild". Er schloss die Vorstandskollegen Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner mit in die Rücktrittsdrohungen ein. "Wenn die ihre Politik konsequent weiterführen, sind wir die falschen Leute", sagte der Manager.

Bayern-Manager Hoeneß: "Wehret den Anfängen!"
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DDP

Bayern-Manager Hoeneß: "Wehret den Anfängen!"

Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern in der vergangenen Woche war es zu massivem Streit zwischen Hoeneß und Fans gekommen. Anhänger warfen der Clubführung vor, man fühle sich nicht mehr ernst genommen, es gebe zu viele Logen, die Stimmung werde immer schlechter. Beim Lokalrivalen 1860 sei die Atmosphäre deutlich besser.

Daraufhin setzte Hoeneß zu seiner mittlerweile berühmten Wutrede an. "Das ist eine populistische Scheiße", blaffte er die Fans an, "es kann nicht sein, dass wir uns jahrelang den Arsch aufreißen und dann so kritisiert werden." Die Logenbesitzer seien es, die mit ihren Geldern dafür sorgen würden, dass der gemeine Fan nur sieben Euro für einen Stehplatz zahle.

In den vergangenen Tagen hatte er seinen emotionalen Ausbruch relativiert und seine Kritik auf die Fanorganisation "Club Nr. 12" und die "Schickeria" reduziert, die sich laut Hoeneß weigern, die Namen ihrer Mitglieder preiszugeben. Der "Club Nr. 12" ist allerdings keine einzelne Fangruppe, sondern die Dachorganisation mehrerer. Beide seien zuletzt auf ihn zugekommen und hätten darum gebeten, einen eigenen Stand in der Arena kriegen zu können, um ihre eigenen Artikel zu verkaufen. "Um ihre eigenen Geschäfte zu machen", sagte Hoeneß.

Laut Hoeneß wollen sowohl die "Schickeria" als auch der "Club Nr. 12" an Einfluss gewinnen. Beide übten "unglaublichen Druck" aus. Sie wollen mehr Stehplätze und dafür weniger Logen. Außerdem seien Zustände wie im Land des Weltmeisters "der Traum von einigen", so Hoeneß. "Die Ultras in Italien sind für viele ein Vorbild, und deswegen haben wir beim Club gesagt: Wehret den Anfängen." Man dürfe diese Dinge nicht bagatellisieren. Die Vorkommnisse in Italien seien ihm nicht weit genug entfernt, "wenn wir nicht aufpassen, werden wir irgendwann solche Verhältnisse haben".

bri/sid

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