SPIEGEL ONLINE: Herr Beane, Sie verpflichten in ihrem Club Spieler aufgrund von Datenerhebungen, statt auf Ihre Scouts zu hören und sind damit seit Jahren sehr erfolgreich. Was kann der Fußball davon lernen?
Beane: Ich bin im Laufe der vergangenen Jahre zu einem großen Fußballfan geworden, die Reise zur Weltmeisterschaft in Deutschland war die beste meines Lebens. Aber der Sport ist nicht in meiner DNA. Ob man also unser Vorgehen auf Fußball anwenden kann, müssen andere Leute beantworten. Meine Erfahrung sagt mir jedoch, dass es in jedem Geschäft eine Matrix gibt.
Fußballer: "Das Spiel ist ständig in Bewegung"
Beane: Genau, Großunternehmen wie Wal-Mart, FedEx oder die Regierung versuchen eine bestimmte Matrix zu finden, es muss nur die richtige sein.
SPIEGEL ONLINE: Wo sollten Fußballtrainer oder Manager danach zu suchen beginnen?
Beane: Letztendlich geht es in jedem Sport ums Gewinnen und Verlieren. Damit man die dafür entscheidenden Faktoren findet, lässt man progressive Modelle laufen. Sie ergeben die Statistiken mit dem größten Gewicht, wenn es darum geht, die Siegwahrscheinlichkeit zu ermitteln. Und von da kann man Ableitungen treffen, welche Spieler man braucht.
SPIEGEL ONLINE: Also müsste man schauen, ob die Laufleistung der Spieler, ihre Schnelligkeit, die Zahl der Zweikämpfe, das Spiel über Außen oder durch die Mitte zum Erfolg führt?
Beane: Im Prinzip ja. Was man aber berechnen lässt, dazu kann nur jemand Auskunft geben, der sich im Fußball besser auskennt. Allerdings werden die Leute immer konfuser, je größer das Zahlenmaterial ist. Das gilt auch im Baseball, obwohl dieser Stop-Start-Sport sehr viel mehr Angaben über Wahrscheinlichkeiten erlaubt. Beim Fußball ist das Spiel ständig in Bewegung, was auch zu einer anderen Form des Messens führt.
SPIEGEL ONLINE: Könnte Fußball nicht einfach zu komplex sein, um sich mathematisch berechnen zu lassen?
Beane: Nein, kein richtiger Mathematiker wird angesichts hoher Komplexität aufstecken.
SPIEGEL ONLINE: Wie viel Mathematiker muss man sein, um sich mit dem Thema zu beschäftigen?
Beane: Ich selbst bin nicht besonders toll darin, mathematische Berechnungen anzustellen. Dafür beschäftige ich Spezialisten, die können das wesentlich besser.
SPIEGEL ONLINE: Aber Sie geben vor, was berechnet werden soll.
Beane: Genau, und das fällt mir in meinem Sport leichter, weil ich seit 28 Jahren im Baseball-Geschäft bin.
SPIEGEL ONLINE: Sie galten lange als exzentrischer Außenseiter und sind inzwischen als innovativer Manager anerkannt. Hat sich ihr Ansatz inzwischen durchgesetzt?
Beane: Es gibt auf jeden Fall inzwischen auch einige andere Baseball-Teams, die sich dem Spiel sehr anspruchsvoll nähern. Außerdem haben einige sehr intelligente Führungskräfte in den vergangenen Jahren das Niveau des Wettbewerbs aus meiner Sicht deutlich gesteigert. Beispielhaft gilt das für die Boston Red Sox, die nicht zufällig 2007 die World Series (MLB-Meisterschaft; die Red.) gewonnen haben .
SPIEGEL ONLINE: Haben andere amerikanische Sportarten versucht, Ihre Ideen zu übernehmen?
Beane: Ich weiß es von einem Freund, der Basketball-Manager bei einem NBA-Club ist, dass sie dort auch mit einer Matrix arbeiten, wenn es um Bewertungen und Entscheidungen geht. Beim Football in der NFL ist es nicht anders.
SPIEGEL ONLINE: Sie waren bei der Konferenz "Future of Football" in London. Wie groß war dort das Interesse an Ihrem Ansatz?
Beane: Es ist auf jeden Fall da, denn schon vorher habe ich per E-Mail einige Anfragen bekommen. Wie weit die Leute sind, ist schwer zu sagen, vielleicht behalten sie es auch lieber für sich.
SPIEGEL ONLINE: Könnten Sie sich vorstellen, enger mit Fußballvereinen zu arbeiten?
Beane: Jeder Fan denkt doch: Das könnte ich auch. Aber wenn ich dann neben jemanden wie Manchester Uniteds Coach Alex Ferguson sitze, werde ich daran erinnert, dass es nicht stimmt.
SPIEGEL ONLINE: Was sagen Sie zum Bericht des ehemaligen US-Senators George J. Mitchell? Der sogenannte Mitchell-Report belegt, dass im US-Baseball massiv gedopt wurde und wird. Stars wie Roger Clemens und andere stehen unter Verdacht. Auch ehemalige Athletics-Profis und ein noch aktiver Spieler Ihres Teams werden genannt.
Beane: Das ist eine schlimme Sache, die wir sehr ernst nehmen. Wir gehen jetzt den Vorwürfen nach und hören die Spieler an. Die Öffentlichkeit werden wir informieren, sobald wir Fakten haben. Schon jetzt steht aber eines fest: Die Untersuchung war sehr gründlich, man muss Senator Mitchell und seinen Mitstreitern Lob für ihre Arbeit zollen.
Die Fragen stellte Christoph Biermann
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...und er kann sich drehen und winden wie er will, er wird auch nicht besser. Übrigens als Geschlechtsgenossin mögen wir ihn auch nicht in unseren Reihen haben. Auch nicht als Fahrerin.;-)) mehr...
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Deshalb hat er auch 13o von 100 Punkten bei Gräfin P. als eisenharter Beschützer 'Prinz Eisenherz' ... mehr...
Sehen Sie! Und Scharping kann man drehen und wenden wie man will, er wird nie weiblich! mehr...
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