Hamburg - Nach der Festlegung eines Höhenlimits von 2750 Metern für Länderspiele steht der Weltverband Fifa erneut in der Kritik der Andenstaaten in Südamerika. "Ich möchte angesichts dieser Entscheidung der Fifa meine Überraschung zum Ausdruck bringen. Das ist Diskriminierung von Menschen, die in der Höhe leben", sagte Boliviens Staatspräsident Evo Morales. Das Fifa-Exekutivkomitee hatte sich bei der Club-WM am vergangenen Wochenende auf dieses Limit geeinigt.
Ursprünglich sollten bereits 2500 Meter als Grenze für Länderspiele eingeführt werden, was allerdings wütende Proteste der betroffenen Staaten zur Folge hatte. Morales hatte daraufhin demonstrativ an einem Spiel auf dem 6541 Meter hohen Sajama teilgenommen, um den Beweis anzutreten, dass Fußball in solch extremen Bedingungen ohne Probleme möglich sei. Neben der bolivianischen Hauptstadt La Paz sind auch Stadien in Kolumbien, Ecuador, Peru, Chile und Mexiko von dem Höhenlimit betroffen. Die Fifa hat bei der neuen Regelung allerdings nicht ausgeschlossen, dass Länderspiele in größeren Höhen stattfinden können. Voraussetzung sei dafür aber, dass die Gastteams genügend Zeit zu einer Akklimatisierung haben.
Im Streit zwischen der Fifa und dem iranischen Verband IFF um den künftigen IFF-Chef hat Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad einen Rückzieher gemacht. Er zog seinen Kandidaten, den iranischen Vize-Präsidenten und Vorsitzenden der staatlichen Organisation für physische Erziehung Peo, Mohammed Ali-Abadi, zurück. "Im Interesse des Fußballs habe ich Ali-Abadi gebeten, sich nicht zur Wahl zu stellen", sagte Ahmadinedschad. Er hatte den als konservativ eingestuften Ali-Abadi zuvor als starken Kandidaten gepriesen. Zuvor hatte der Weltverband Fifa die Iraner aufgefordert, auf jegliche staatliche Einmischung in Verbandsangelegenheiten zu verzichten. Die Fifa hatte sich gegen eine Kandidatur von Ali-Abadi ausgesprochen.
Babak Rafati wird Nachfolger des zweimaligen Weltschiedsrichters Markus Merk Fifa-Referee und darf sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika machen. Der 37-Jährige übernimmt mit Beginn des Jahres 2008 Spielleitungen auf internationaler Ebene und kann von der Fifa bei Länder- und Europapokal-Spielen eingesetzt werden. Rafati ist seit 2005 Bundesliga-Schiedsrichter und hat bislang 34 Begegnungen der höchsten deutschen Spielklasse gepfiffen. Merk erreichte im März die internationale Altersgrenze von 45 Jahren und darf damit ab dem kommendem Jahr nur noch national Spiele leiten.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will die Fernsehrechte für den DFB-Pokal ab der Saison 2009/2010 erstmals gesondert ausschreiben und für zukünftig höherere Einnahmen das Bezahlfernsehen ködern. "Ich halte das für möglich. DFB-Pokalspiele im Pay-TV sind denkbar. Live-Spiele im Pay-TV wären sicherlich ein möglicher Schlüssel für Mehreinnahmen. Als Zusatzangebot zur bisherigen Free-TV-Berichterstattung über den DFB-Pokal wäre das auch für die Fans interessant", sagte DFB-Marketingleiter Dennis Strich.
Noch läuft der Fernsehvertrag mit der Rechte-Agentur von ARD und ZDF, der SportA, bis zum Ende der Saison 2008/2009. Das DFB-Präsidium hat beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die in Absprache mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) für den Pokal eine neue Ausschreibung forcieren soll. Auch der Vertrag für die Übertragung der Heim-Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft läuft noch bis 2009. Dass SportA die Rechte an den Spielen der DFB-Elf behalten wird, ist Strich zufolge wahrscheinlich.
Der deutsche Meister VfB Stuttgart hat zwei seiner Nachwuchsspieler mit langfristigen Verträgen an sich gebunden. Der 21 Jahre alte Marco Pischorn und der 22 Jahre alte Julian Schuster unterschrieben ihre ersten Lizenzspielerverträge mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2010. Die Stuttgarter müssen nach der Winterpause für drei Spiele auf den mexikanischen Nationalspieler Ricardo Osorio verzichten. Das DFB-Sportgericht sperrte den Defensivspieler heute wegen rohen Spiels. Der 27-Jährige war bei der 0:1-Niederlage am vergangenen Samstag bei Arminia Bielefeld in der 86. Minute nach einem groben Foul von Schiedsrichter Manuel Gräfe des Feldes verwiesen worden. Das Urteil ist rechtskräftig.
Zweitligist TSV 1860 München hat drei Spieler langfristig an sich gebunden. Die "Löwen" gaben heute die Verlängerung der zum Saisonende auslaufenden Verträge von Antonio Di Salvo (28 Jahre) und Torben Hoffmann (33) bis zum 30. Juni 2010 sowie die Vertragsverlängerung mit Gregg Berhalter (34) bis zum 30. Juni 2009 bekannt. "Wir sind sehr zufrieden, dass es gelungen ist, die Verträge mit diesen drei erfahrenen Spielern zu verlängern", sagte Geschäftsführer Stefan Reuter.
ulz/sid/dpa
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