Hamburg - "Obwohl es eine sehr reizvolle Aufgabe gewesen wäre, wieder für Borussia Dortmund in der Bundesliga zu spielen, habe ich mich aus privaten Gründen gegen diesen Schritt entschieden", wird Lehmann in einer DFB-Pressemitteilung zitiert.
"Es tut mir leid, gerade die Verantwortlichen von Borussia Dortmund damit zu enttäuschen, die sich sehr professionell um diesen Wechsel bemüht und mir ausreichend Zeit zur Überlegung gegeben haben", sagt der 38-Jährige.
Offenbar prüft Lehmann Alternativen in England, Medienberichten zufolge sollen die Bolton Wanderers und Manchester City Interesse an einer Verpflichtung gezeigt haben. Die Zukunft ist aber immer noch ungewiss, und bei Arsenals Teammanager Arsene Wenger wird der ehrgeizige Deutsche wohl nur noch im FA-Cup zum Einsatz kommen.
Joachim Löw war bereits am Freitagmorgen von Lehmann über dessen Entscheidung informiert worden. "Natürlich wäre eine Rückkehr von Jens in die Bundesliga interessant gewesen. Aber wie ich aus einigen Gesprächen in den vergangenen Tagen weiß, hat er sich seine Entscheidung sehr genau überlegt und deshalb wird es die für ihn richtige sein", so Löw. Die Einstellung des DFB-Trainerstabs zu Jens Lehmann werde sich laut Löw durch diese Entscheidung nicht ändern. In der Vergangenheit hatte das Trainerteam allerdings stets betont, dass ein Torwart mit Spielpraxis höhere Chance habe, bei der EM zwischen den Pfosten zu stehen. Ebenfalls Verständnis zeigte Torwarttrainer Andreas Köpke: "Wir hätten ihn gerne in Dortmund gehabt, weil er dann regelmäßig gespielt hätte. Er hat uns heute seine Gründe erläutert und wir haben sie akzeptiert. Unabhängig von seiner Situation setzen wir auf Jens Lehmann, werden aber die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten."
Auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff zeigte sich unbeeindruckt von Lehmanns Entscheidung: "Jens ist erfahren genug, seine persönliche Situation einzuschätzen, und er wird die für ihn richtige Entscheidung getroffen haben. Unabhängig davon genießt er natürlich auch weiterhin unser vollstes Vertrauen und bekommt die nötige Rückendeckung."
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zeigte sich gefasst. " Wir bedauern die Entscheidung von Jens Lehmann, respektieren sie aber selbstverständlich", sagte er, und Sportdirektor Michael Zorc fügte an: "Es war legitim und den Versuch wert, die deutsche Nr. 1 zum BVB zu holen. Schade, dass es nicht geklappt hat." Der BVB soll Jens Lehmann eine Million Euro netto für einen Vertrag bis zum 30. Juni 2008 geboten haben. Die Laufzeit passte offenbar nicht in die Vorstellungen des Keepers, der immer betont hatte, dass Geld nicht der ausschlaggegende Faktor gewesen sei. Beim FC Arsenal, mit dem er nach seinem Wechsel 2003 aus Dortmund auf Anhieb englischer Meister wurde, soll er zuletzt pro Jahr über drei Millionen Euro verdient haben.
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