München - "Lothar war nie ein Thema als Trainer beim FC Bayern", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Es habe am 20. November 2007 zwar ein Gespräch mit Matthäus gegeben, "zu dem Lothar gebeten hatte". Dabei sei es laut Rummenigge aber ausschließlich um "private Dinge gegangen". Zudem habe beim FC Bayern zu diesem Zeitpunkt "noch niemand an die Nachfolge von Ottmar Hitzfeld gedacht".
Hitzfeld hatte den Verein Mitte Dezember von seinem Entschluss unterrichtet, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern. Die Bayern hatten am vergangenen Freitag Jürgen Klinsmann als Nachfolger von Hitzfeld ab 1. Juli dieses Jahres vorgestellt. Der ehemalige Bundestrainer erhält einen Zweijahresvertrag und wird mit einem großen Team in München antreten.
Matthäus hatte in einem Eurosport-Interview behauptet, dass er in Gesprächen mit den Münchnern gestanden habe. Ob sein Ex-Club mit Klinsmann die richtige Entscheidung getroffen habe, könne man zumindest diskutieren, so der fünfmalige WM-Teilnehmer Matthäus: "Ob ich die 1a- oder 1-b-Lösung gewesen wäre, bleibt einmal dahingestellt."
Rummenigge konterte die Kritik von Matthäus an der Verpflichtung Klinsmanns mit scharfen Worten: "Es wäre wünschenswert, wenn er die Sticheleien lassen würde. Jürgen Klinsmann ist nicht nur ein ausgezeichneter, sondern auch ein ausgebildeter Trainer mit DFB-Lizenz. Matthäus hat sie nicht."
Die neuerliche Spitze (Matthäus ätzte schon unmittelbar nach Bekanntwerden von Klinsmanns Engagement in München, er sei gespannt, wer für diesen "die Trainingsarbeit machen" werde) hat ihre Ursache in der Rivalität der beiden ehemaligen Bayern-Profis. Als Spieler bezeichnete Matthäus Klinsmann als Lügner, 1996 wurde er vom damaligen Bundestrainer Berti Vogts aus dem EM-Kader geworfen. Ausgerechnet sein Nachfolger als Kapitän - Klinsmann - führte das Team zur Europameisterschaft in England.
2004 bewarb sich der deutsche Rekordnationalspieler Matthäus (150 Länderspiele) sehr offensiv um die Nachfolge des zurückgetretenen DFB-Teamchefs Rudi Völler. Doch den Job bekam - Klinsmann. Noch bitterer war, dass der Schwabe auch noch Erfolg hatte und den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft erreichte.
Und nun platzte auch noch der diesmal nicht ganz so offensiv kommunizierte Traum des ehemaligen ungarischen Nationalcoaches Matthäus, die Münchner zu trainieren. Manager Uli Hoeneß nannte in der "Sport Bild" kurz noch den Namen des Kandidaten, über den man im Falle einer Absage Klinsmanns nachgedacht hätte: nicht Matthäus, nicht Mourinho, sondern der Mainzer Jürgen Klopp wäre das gewesen.
goe/dpa
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