Von Olaf Sundermeyer, Mexiko-Stadt
Als Spieler der Primera División de Mexico tingelte er acht Jahre lang von Club zu Club. Vasquez ist hier kein großer Name, weder in Mexiko, noch in den USA, wo er für drei Spielzeiten in der Major League Soccer (MLS) gespielt hat, bei den San Jose Earthquakes in Kalifornien, und in Florida bei Tampa Bay. In seiner aktiven Zeit galt er als umsichtiger defensiver Mittelfeldspieler. Seit drei Jahren arbeitet er nun als Co-Trainer bei dem MLS-Club "Deportivo Chivas".
Dessen schwerreichem Eigentümer Jorge Vergara gehört zusätzlich ein Club in Costa Rica, Deportivo Saprissa, vor allem aber der populärste Club Mexikos, die Chivas de Guadalajara. Bei den "Deportivo Chivas" heißt es, Vasquez habe eine A-Trainerlizenz des US-amerikanischen Fußballverbandes, und dass er als Bewunderer der berühmten Jugendausbildung von Ajax Amsterdam gilt.
Das erinnert ein bisschen an den großen FC Barcelona, wo die niederländische Jugendschule seine Weiterentwicklung findet: Längst schon betreibt Barça eigene Schulen in Lateinamerika. Auch der argentinische Weltstar Lionel Messi kommt aus einem vereinseigenen Internat, ebenso wie das mexikanische Talent Giovanni dos Santos. Beide haben jeweils mit verschiedenen Jugendnationalmannschaften ihrer Länder Weltmeistertitel gewonnen. Messi übrigens unter José Pekerman, der zunächst die argentinische U20 trainiert und später die A-Nationalmannschaft zur WM 2006 nach Deutschland geführt hat.
Heute trainiert Pekermann die mexikanische Spitzenmannschaft Deportivo Toluca. Pekerman gilt als Trainervorbild von Jürgen Klinsmann, weil der in Argentinien über Jahre ein einheitliches Spielsystem entwickelt hat: Von den Jugendmannschaften bis zu den ganz Großen. Bei der Umsetzung solcher Konzepte soll ihm nun Vasquez helfen, der als Trainer bereits verschiedene Jugend- und Universitätsteams betreut hat, sogar eine Damenmannschaft aus San Diego.
Vasquez und Klinsmann werden versuchen, eine eigene Bayern-Generation zu formen. Dabei werden Namen aus Südamerika sicherlich eine große Rolle spielen. Vielleicht trägt der nächste Messi dann eine Lederhose und kann unfallfrei "Oktoberfest" aussprechen. Eines der drei Kinder von Martin Vasquez heißt übrigens Erika - der Anfang in Sachen transatlantischer Verständigung ist also schon gemacht.
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