Hamburg - Der Hamburger SV kam nicht über ein Remis gegen Hannover 96 hinaus. Das 1:1 (0:1) bedeutet für die Hamburger auch einen Rückschlag im Titelkampf. Spitzenreiter Bayern München liegt nach dem 2:1-Erfolg gestern in Rostock nun schon sechs Punkte vor dem HSV.
Hannover hielt durch das Unentschieden weiter Kontakt zu den Uefa-Cup-Rängen. Vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena brachte Offensivspieler Szabolcs Huszti die Gäste nach 40 Minuten per Foulelfmeter in Führung. Die erste Halbzeit wollte Hamburgs Trainer Huub Stevens anschließend einfach nur "ganz schnell vergessen: Da haben wir den Gegner stark gemacht und keine Leidenschaft gezeigt."
HSV-Stürmer Ivica Olic gelang 20 Minuten vor dem Ende der Ausgleich. In der Schlussminute sah 96-Mittelfeldspieler Sergio Pinto zudem nach einer Tätlichkeit am Hamburger Defensivakteur Nigel de Jong die Rote Karte. Der Holländer de Jong hätte jedoch für ein vorangegangenes Nachtreten in Richtung Pintos ebenfalls die Rote Karte sehen müssen.
Bayer Leverkusen schaffte das, was die Hamburger verpassten - Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Allerdings mühte sich Bayer bei Energie Cottbus vor 13.000 Zuschauern zu einem 3:2 (0:1)-Arbeitssieg. Es war der sechste Sieg Leverkusens in den vergangenen sieben Ligapartien. Nationalspieler Simon Rolfes (59./89., Foulelfmeter) sowie der eingewechselte Dimitri Bulykin erzielten die Treffer für die Gäste. Für die Cottbuser waren ausgerechnet Bayer-Leihgabe Michal Papadopulos (14.) sowie Innenverteidiger Christian Bassila (77.) erfolgreich.
Für Diskussionen sorgten allerdings einige Entscheidungen von Schiedsrichter Lutz Wagner, der zwei Energie-Treffern wegen vermeintlicher Abseitsstellungen die Anerkennung verweigerte und Leverkusen kurz vor dem Schlusspfiff einen umstrittenen Strafstoß zusprach. "Alles war diesmal gegen uns", sagte Cottbus-Coach Bojan Prasnikar enttäuscht.
Klimowicz rettet den BVB
Diego Klimowicz hat Borussia Dortmund vor einem Fehlstart in die Rückrunde bewahrt. Der Argentinier, in der 63. Minute eingewechselt, machte aus einem 1:3-Rückstand bei Schlusslicht MSV Duisburg mit Toren in der 68. Minute und der zweiten Minute der Nachspielzeit noch ein 3:3 (0:2). Der MSV verpasste die Chance, das Tabellenende zu verlassen. "Man muss einfach auch mal den Sack zumachen. Wir hatten sehr viele Konter, die hätten wir besser setzen müssen", sagte der verärgerte MSV-Trainer Rudi Bommer nach der Partie.
Iulian Filipescu (18.) und Tobias Willi (30.) hatten die Gastgeber vor 29.120 Zuschauern in der MSV-Arena in der ersten Halbzeit mit zwei Treffern in Führung gebracht. Nach dem Anschlusstreffer durch Nationalspieler Sebastian Kehl (51.) stellte Mihai Tararache in der 59. Minute mit einem zweifelhaften Foulelfmeter den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Dann kam Klimowicz.
Noch mehr Erfolg hatte der Karlsruher SC, der sich dank der Treffer von Christian Eichner (66. ) und des Ex-Nürnbergers Joshua Kennedy (74.) 2:0 (0:0) gegen DFB-Pokalsieger 1. FC Nürnberg durchsetzte und gleichzeitig die Sorgen der abstiegsbedrohten Nürnberger vergrößerte. Der FCN liegt weiter auf dem 16. Tabellenplatz. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Innenverteidiger Andreas Wolf (57.) musste das Team von Trainer Hans Meyer lange in Unterzahl spielen.
Martin Fenin hat Eintracht Frankfurt einen perfekten Start in die Rückrunde beschert. Der tschechische Nationalspieler, der in der Winterpause für 3,5 Millionen Euro von FK Teplice verpflichtet worden war, stellte den 3:0 (1:0)-Erfolg bei Hertha BSC Berlin allein sicher. Der 20-Jährige war in der 39., 60. und 90. Minute erfolgreich. "Drei Treffer in einem Spiel sind mir noch nie gelungen. Ich bin überglücklich", erklärte er. Seit nun vier Spielen sind die Frankfurter in der Liga unbesiegt. Hertha enttäuschte vor 35.930 Zuschauern und war die deutlich unterlegene Mannschaft.
Michael Frontzeck hat drei Tage nach dem peinlichen Pokal-Aus beim Zweitliga-Vorletzten Carl Zeiss Jena auch ein missglücktes Liga-Debüt als Trainer von Arminia Bielefeld erleben müssen. Die Ostwestfalen verloren gegen den VfL Wolfsburg 0:1 (0:1) und rücken dadurch nah an die Abstiegsplätze heran. Die Wolfsburger, die die letzten drei Auswärtsspiele vor der Winterpause mit insgesamt zehn Gegentoren verloren hatten, arbeiteten sich durch den Sieg in einem schwachen Spiel wieder ins Tabellenmittelfeld vor. Den Siegtreffer erzielte der brasilianische Stürmer Grafite in der 27. Minute.
Der 18. Spieltag wird morgen mit den Spielen Werder Bremen gegen Bochum sowie Schalke gegen Stuttgart (beide Partien ab 17 Uhr im Liveticker von SPIEGEL ONLINE) abgeschlossen. Bremen kann mit einem Sieg gegen den VfL nach Punkten mit dem FC Bayern München gleichziehen.
wit/sid
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