Von Pavo Prskalo und Mike Glindmeier
Hamburg - Beide Begegnungen hatten die Bezeichnung Spitzenspiel verdient. Der FC Bayern wahrte durch das 1:1 (1:1) gegen Werder Bremen den Drei-Punkte-Vorsprung an der Tabellenspitze vor den Bremern. Im zweiten Sonntagsspiel konnte der FC Schalke 04 durch ein 3:2 (2:1) im Revierderby bei Erzfeind Borussia Dortmund den Abstand auf das Spitzenduo verkürzen. Die Dortmunder hatten doppeltes Pech und verloren zwei wichtige Spieler.
Beim Gipfeltreffen in München war Bremen in der Anfangsphase die spielbestimmende Mannschaft. Das Engagement wurde in der 6. Minute belohnt: Spielmacher Diego ließ im Strafraum die Bayern-Verteidiger Willy Sagnol und Martin Demichelis stehen und schob zur Gästeführung ein. Zuvor hatte sich Werder-Stürmer Markus Rosenberg auf der linken Außenbahn gegen Bayern-Verteidiger Lucio durchgesetzt und Diego bedient.
Die Bayern verpassten kurz darauf den Ausgleich: Nach einer Ecke köpfte Demichelis seinen Mitspieler Bastian Schweinsteiger auf der Torlinie an (10.) - Glück für Werder.
Nach einer halben Stunde dann Licht und Schatten bei Bayern-Torjäger Luca Toni. Der Italiener nahm eine Flanke von Schweinsteiger mustergültig an, Gästeschlussmann Tim Wiese wusste sich nur noch mit einem Foul gegen den einschussbereiten Toni zu helfen. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer entschied sofort auf Strafstoß. Der Gefoulte trat selbst an, doch Wiese verhinderte mit einer Parade Tonis elften Saisontreffer und den Ausgleich der Bayern. "Wir sehen es alle und damit ist gut", sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf mit ein wenig Verbitterung in der Stimme.
Der Ausgleich fiel dann in der 32. Minute: Toni bediente im Strafraum den heraneilenden Zé Roberto. Der Brasilianer tunnelte Wiese mit einem Rechtsschuss - 1:1.
Doch die Bremer zeigten sich davon unbeeindruckt und gestalteten die Partie bis zum Pausenpfiff offen, und das obwohl Trainer Thomas Schaaf auf die gesperrten Naldo und Hugo Almeida sowie die verletzten Torsten Frings, Clemens Fritz und Ivan Klasnic verzichten musste. Ebenfalls nicht im Kader stand Boubacar Sanogo, der gestern noch beim Afrika-Cup für die Elfenbeinküste im Einsatz war.
In der 60. Minute feierte Mesut Özil sein Debüt im Werder-Dress. Der 19-Jährige, der in der Winterpause vom FC Schalke kam, wurde für den Österreicher Martin Harnik eingewechselt, konnte aber ebenso wenig Akzente setzen wie seine Mitspieler.
Die Bayern ließen es auch ruhig angehen, Aufregung gab es erst wieder in der 76. Minute: Toni jagte den Ball nach einem Pass von Zé Roberto volley ins Netz - doch der Linienrichter hatte den Italiener im Abseits gesehen. Der Treffer zählte nicht, es blieb beim Unentschieden. "Es ist wichtig, dass wir diesen Punkt heute mitnehmen. Man hat gesehen, zu was wir im Stande sind", sagte Werders Tim Borowski, der in der kommenden Saison für den FC Bayern spielen wird.
"Es war ein kampfbetones Spiel, beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld, der heute auf den verletzten Spielmacher Franck Ribéry verzichten musste. "Er ist weltklasse. Ihn kann man natürlich nicht so einfach ersetzen", sagte Hitzfeld. "Ich freue mich, dass die Mannschaft den Weg weiter geht und sich heute nicht versteckt hat", lautete das Fazit von Schaaf.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Fußball | RSS |
| alles zum Thema Fußball-Bundesliga | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH