Von Pavo Prskalo und Mike Glindmeier
Schalke begann druckvoll, erzielte bereits nach zwölf Minuten den ersten Treffer. Ausgerechnet Stürmer Gerald Asamoah bugsierte einen Distanzschuss des Mittelfeldspielers Levan Kobiashvili in die Maschen der Dortmunder. Der Nationalspieler war aufgrund der Auseinandersetzung im Hinspiel mit Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller der Buhmann bei den Dortmund-Fans, wurde von Beginn an bei jeder Ballberührung ausgepfiffen. Umso größer war seine Genugtuung nach dem vermeintlichen Führungstreffer – doch der Jubel hielt nur wenige Sekunden. Schiedsrichter Peter Gagelmann entschied auf Abseits - zurecht.
Nur sieben Minuten später durfte sich Asamoah dann aber nachhaltig freuen. Dortmunds Verteidiger Martin Amedick versuchte einen langen Ball zu spielen, den der Schalker Angreifer Halil Altintop blocken konnte. Asamoah schaltete am schnellsten und schob den Ball am ohne Not herausstürzenden Dortmunder Torhüter Marc Ziegler vorbei zur Gästeführung. "Ich wusste, was auf mich zukommt. Wenn man lange genug bei Schalke spielt, weiß man, was dieser Sieg wert ist", sagte ein sichtlich erleichterter Asamoah.
Dortmund wachte auf und kam in der 21. Minute per Konter zum Ausgleich. Schalkes Verteidiger Rafinha bediente unfreiwillig Dortmunds Offensivkraft Giovanni Federico, der den Ball aus kurzer Distanz einschob.
Eine Viertelstunde vor dem Seitenwechsel standen erneut Asamoah und Amedick im Mittelpunkt. Der Schalker holte einen Freistoß raus, den Spielmacher Ivan Rakitic von der rechten Strafraumgrenze vor das Tor trat. Am zweiten Pfosten wurde Amedick von dem Flankenball überrascht und köpfte zum 1:2-Pausenrückstand ein. Doch für Dortmund kam es noch dicker: Ziegler, der den langzeitverletzten Weidenfeller vertritt, musste mit einer Schulterverletzung in der Kabine bleiben. Für ihn kam Dortmunds Nummer drei Alexander Bade ins Spiel.
Doch davon ließen sich die Gastgeber nicht beeindrucken. Kurz nach dem Seitenwechsel ging Rafinha gegen Dortmunds Mittelfeldspieler Tinga nur halbherzig in einen Zweikampf. Der Brasilianer trug den Ball über das halbe Spielfeld, legte dann nach links auf Alex Frei ab. Der Stürmer passte maßgenau an den zweiten Pfosten, an dem Mladen Petric den Schalker Verteidiger Mladen Krstajic übersprang und zum Ausgleich einnickte (51.).
Danach sorgte Dortmunds Außenverteidiger Dede noch mal für Spannung. In der 75. Minute stieg der Brasilianer zu hart gegen Rakitic ein und flog vom Platz. "Ich bin sauer auf einige Entscheidungen. Herr Gagelmann sollte sich einmal Gedanken über seine Leistung machen. Das kann man so nicht akzeptieren", wütete Dortmunds Trainer Thomas Doll.
Schalke nutzte die Überzahl und kam in der 82. Minute zum Siegtreffer. Asamoah hatte den Ball wunderbar mit der Hacke mitgenommen und Mittelfeldspieler Fabian Ernst eingesetzt, der das 3:2 für die Königsblauen markierte. "Das ist ein schlechtes Abwehrverhalten", sagte Doll, "so stelle ich mich als Innenverteidiger nicht hin. Ich bin sauer, dass die Jungs sich nicht für ihre Bemühungen belohnt haben."
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