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21.02.2008
 

Best of BVB

"Wenn ihr verliert, zahlt jeder 10.000 Mark"

Von Philipp Köster

Eine turbulente Gründungsversammlung, ein Stürmer als Hilfsheizer auf der Lokomotive, Schläge auf der Weihnachtsfeier und ein Schalker als Trainer: Das Magazin "11Freunde" präsentiert die wichtigsten Fakten über die Borussia aus Dortmund.

1. Als Borussia Dortmund am 19. Dezember 1909 gegründet wurde, stand bei der Namensfindung die gleichnamige Brauerei im Dortmunder Hoesch-Viertel Pate. Die Gründungsversammlung fand allerdings nicht als feuchtfröhliche Brauereibesichtigung statt, sondern durchaus gesittet in einem Nebenraum des Wirtshauses "Zum Wildschütz" in der Oesterholzstraße 60, wo sich 50 Mitglieder der katholischen Jünglingssodalität "Dreifaltigkeit" versammelt hatten.

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2. Wäre es nach Hubert Dewald gegangen, hätte die Gründung gar nicht stattgefunden. Dem Kaplan der Dreifaltigkeitsgemeinde und Vorsitzenden der Jünglingssodalität, war der Fußball als rohes, wildes Spiel höchst suspekt. Als Dewald von der Versammlung erfuhr, eilte er in den "Wildschütz", wurde aber nicht eingelassen. Am Ende gründeten 18 verbliebene katholische Jungmänner die Borussia.

3. Existenzielle Finanzkrisen sind keine Errungenschaft der Dortmunder Neuzeit. Schon 1928 schrammte der Club haarscharf am Konkurs vorbei. Um sportlich durchzustarten hatte der Vorstand Versicherungspolicen in Höhe von 12.000 Reichsmark beliehen und damit der lokalen Konkurrenz die besten Spieler weggekauft. Fatal allerdings: Die Truppe kickte miserabel, die 12.000 Mark hatten sich alsbald verflüchtigt. Dass Präsident Dr. Heinz Schwaben die fehlende Summe aus der eigenen Tasche zahlte, rettete den Verein in letzter Minute.

4. August Lenz trug am 28. April 1935 gegen Belgien als erster Borusse das Nationaltrikot. Der Mittelstürmer hatte bei den Dortmundern zunächst im Tor gestanden. Erst als sich beim Spiel gegen den TBV Mengede Angreifer Hannes Jakubowitz verletzte, wechselte Lenz in den Sturm und schoss prompt Tore am Fließband. Lenz führte den BVB zu zwei Oberliga-Meisterschaften und sollte 1938 gar zum damaligen Branchenprimus Schalke 04 wechseln. Ernst Kuzorra hatte Vereinspräsident Fritz "Papa" Unkel bedrängt, den Wechsel in die Wege zu leiten. Unkel entgegnete Kuzorra: "Eher gehst du zur Borussia als dass der Lenz den Borsigplatz verlässt."

5. Ernst Kuzorra, der eingefleischte Schalker, fand tatsächlich noch den Weg nach Dortmund. Kuzorra hatte seinen Schwager Fritz Thelen als neuen BVB-Coach vorgeschlagen. Weil der nicht sofort verfügbar war, leitete Kuzorra selbst acht Wochen lang das Dortmunder Training. Was für einen mittelschweren Andrang Dortmunder Kibitze am Borussia-Platz sorgte.

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