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Best of BVB "Wenn ihr verliert, zahlt jeder 10.000 Mark"

2. Teil: Entgleisungen auf der Weihnachtsfeier und zockende Profis

6. Manch ein Spieler nahm größere Entbehrungen auf sich, um im schwarzgelben Dress anzutreten. Kurz nach dem Krieg verpasste Max Michallek den Zug zum Spiel in Berlin, heuerte aber im Folgezug als Heizer an. Weil die BVB-Funktionäre an der Interzonengrenze Bescheid gesagt hatten, passierte Michallek ungehindert den russischen Kontrollpunkt. Die sowjetischen Offiziere verkündeten: "Du Fußballer Michailow. Du weiterfahren." Rußgeschwärzt aber glücklich sprang Michallek schließlich in Berlin von der Lokomotive, der Einsatz hatte sich gelohnt. Dortmund gewann gegen den BSV 92 5:0.

7. Auf den Weihnachtsfeiern des BVB gab es wie anderswo auch alkoholbedingte Ausfälle zu vermelden. So bekam auf der Jahresendfeier 1966 ein verdutzter Pressefotograf von Siggi Held und Lothar Emmerich auf die Mütze, nachdem er die beiden fotografiert hatte. Der Vorsitzende Steegmann kündigte wutschnaubend Disziplinarmaßnahmen an, später aber entschuldigten sich die beiden Spieler.

8. Für andere Kicker setzten sich schon mal die Mannschaftskameraden ein. Als Erich Schanko unmittelbar vor dem Meisterschaftsendspiel 1956 gegen den Karlsruher SC mitgeteilt bekam, sein Vertrag werde nicht verlängert, wurde umgehend eine Spielerdelegation unter Führung von Addi Preißler beim Vorstand vorstellig und präsentierte eine Verhandlungsbasis, die wenig Raum für Kompromisse ließ: "Wenn Erichs Vertrag nicht verlängert wird, dann spielen wir heute nicht." Ein Angebot, das der Vorstand nicht ablehnen konnte.

9. In der Saison 1974/75 bekannte sich die Borussia erstmals auch auf dem Trikot zur Heimatstadt. Auf dem Rücken stand fortan und bis heute "Dortmund", die Brust der Kicker zierte das von der WM übrig gebliebene Dortmunder WM-Wappen mit den Ingredienzien Blumen, Fernsehturm und Fußball.

10. Als Stan Libuda Borussia Dortmund 1966 im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger gegen den FC Liverpool 2:1 in der Verlängerung in Führung und zum Sieg schoss, beschäftigte den Flügelmann nicht der herannahende größte sportliche Erfolg einer deutschen Mannschaft seit dem Triumph der Herberger-Elf 1954, sondern eine sehr weltliche Frage. Zu Lothar Emmerich sagte er: "Mensch Emma, jetzt müssen wir die 10.000 Mark nicht bezahlen." Tags zuvor hatte Trainer Willi Multhaupt die beiden Kicker beim Zocken erwischt und gedroht: "Wenn ihr morgen verliert, zahlt jeder 10.000 Mark Strafe."

Lesen Sie morgen unter anderem wie Borussia Dortmund einen Löwen als Maskottchen bekam, BVB-Trainer Lindemann seine Mannschaft trotz akuter Sehschwäche coachte und sich ein Dortmunder Mittelfeldmann als Taubenfänger verdingte.

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