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22.02.2008
 

Best of BVB II

"Was Herr Skibbe denkt, interessiert einen Scheißdreck"

Von Philipp Köster

Ein Löwe als Maskottchen, ein sehbehinderter Funktionär, ein beleidigter Mittelfeldstar. Die Geschichte des BVB 09 liefert viele lustige Anekdoten und Kuriositäten. Das Magazin "11Freunde" hat die besten gesammelt.

Gestern im ersten Teil: Frühe Finanzkrise, ein Torhüter, der zum Mittelstürmer wurde und Erpressungsversuche gegen den Vereinsvorstand

11. Das Westfalenstadion wurde 1974 zur WM im eigenen Land errichtet, obwohl die Borussia damals nur in der Regionalliga kickte und obendrein chronisch klamm war. Im Eröffnungsspiel unterlag der BVB dem FC Schalke klar 0:3. Immerhin konnten sich die Dortmunder trösten, dass kein Schalker das erste Tor im neuen Stadion geschossen hatte, sondern eine junge Frau mit dem urwestfälischen Namen Margarethe Schäferhoff, im Vorspiel zwischen TBV Mengede und VfB Waltrop.

Dortmunder Westfalenstadion, heutiger Signal-Iduna-Park: Heimstätte des BVB seit 1974
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DPA

Dortmunder Westfalenstadion, heutiger Signal-Iduna-Park: Heimstätte des BVB seit 1974

12. Die erste sportliche Heimstätte des BVB war nicht die "Rote Erde", sondern die "Weiße Wiese" an der Wambeler Straße unweit des Borsigplatzes. Ursprünglich nur ein normaler Sportplatz, auf dem nach jedem Spiel die Tore wieder abgebaut wurden, baute man den Platz 1924 zu einem Stadion um, bei seiner Einweihung passten rund 10.000 Zuschauer hinein. 1937 musste der BVB dann in die "Rote Erde" umziehen, die Hoesch AG, deren Expansion die Nazis forcierten, benötigte den alten Sportplatz.

13. Der BVB ist mit heute etwa 30.000 Mitgliedern der mit weitem Abstand größte Dortmunder Fußball-Verein, der erste Fußballverein der Stadt jedoch hieß Dortmunder Fußball-Club 95, gegründet von Pennälern des Realgymnasiums in der Luisenstraße im Dortmunder Süden.

14. Frühe Tage des Marketings: Weil in der Saison 1976/77 der neue Sponsor, der holländische Tabakkonzern Samson, einen Löwen im Firmenlogo führte, zierte dieser ab jener Spielzeit auch das BVB-Wappen. Damit nicht genug - auch ein, allerdings noch sehr junger, Löwe namens Sambo wurde dem Club als Maskottchen übergeben.

15. Als die Dortmunder Spieler nach gewonnener Meisterschaft 1956 im Zug zurück in die Heimat fuhren, waren auch die Spielerfrauen dabei. Die Vorstellung, die Gattinnen könnten auch beim Empfang in Dortmund mit von der Partie sein, trieb dem wertkonservativen Vorstand den Schweiß auf die Stirn. Also ersann die Vereinsführung einen perfiden Trick. Im Sonderzug wurden die Spieler in den vorderen Abteilen platziert, die Damen hingegen im hinteren Zugteil. In Hamm sollte nun der letzte Waggon heimlich abgekoppelt werden. Als die Spieler vom geplanten Wildwest-Manöver erfuhren, marschierten sie kurzerhand geschlossen nach hinten, auf die Abkoppelung wurde verzichtet.

16. Eitelkeit machte auch vor Dortmunder Funktionsträgern nicht halt: Hermann Lindemann, 1969 als Trainer des BVB verpflichtet, weigerte sich trotz ärztlich attestierter Kurzsichtigkeit, dauerhaft eine Brille zu tragen. Was zu einem unvergesslichen Dialog zwischen Lindemann und einem BVB-Abwehrmann führte: "Sagen Sie einmal, warum ist Ihr direkter Gegenspieler in der 85. Minute völlig freistehend vor unserem Tor zum Schuss gekommen?" Die entwaffnende Antwort: "Das war ein Elfmeter, Trainer!"

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