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24.02.2008
 

Bundesliga am Sonntag

Bayern verpasst Vorentscheidung

Remis im Spitzenspiel: Der Hamburger SV hat am 21. Spieltag beim FC Bayern einen Punkt geholt. Die Münchner nutzten die Bremer Niederlage nicht, um sich abzusetzen. Der 1. FC Nürnberg muss weiter auf den ersten Sieg unter Trainer Thomas von Heesen warten.

München/Nürnberg - Die Bayern kamen gegen den HSV nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und verpassten es, den Vorsprung auf Verfolger Werder Bremen, der gestern in Frankfurt unterlag, auf sechs Punkte auszubauen. Hamburg (38 Punkte) ist mit sechs Punkten Rückstand auf Bayern Vierter. "Es ist ärgerlich, dass wir zwei Punkte verschenkt haben. Wir hätten dieses Spiel gerne gewonnen", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. Dagegen war HSV-Coach Huub Stevens zufrieden: "Die Bundesliga hat noch nicht aufgegeben. Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden." Stürmer Ivica Olic hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht (60.), der Brasilianer Zé Roberto hatte sechs Minuten später ausgeglichen. In der zweiten Sonntagspartie verpasste es der 1. FC Nürnberg erneut, sich im Abstiegskampf Luft zu verschaffen. Gegen den direkten Konkurrenten Energie Cottbus kamen die Franken nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Damit wartet der neue Trainer Thomas von Heesen auch nach dem vierten Pflichtspiel auf den ersten Sieg. Marco Engelhardt brachte die Nürnberger in Führung (58.), doch im Gegenzug traf Energie-Angreifer Dennis Sörensen zum Ausgleich (59.) und Endstand.

Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Allianz Arena fiel beiden Mannschaften im Spiel nach vorne zunächst wenig ein. Die Gäste beschränkten sich völlig auf die Defensive und hatten nicht eine ernstzunehmende Torgelegenheit in der ersten Hälfte. Dem HSV war deutlich das Fehlen von Spielmacher Rafael van der Vaart anzumerken. Der 25-Jährige nahm nach seinem Bänderanriss ebenso vorerst auf der Bank Platz wie Bayern-Dribbler Franck Ribéry.

Der Franzose meldete sich nach seiner Oberschenkelverletzung zwar wieder fit, doch Trainer Ottmar Hitzfeld verzichtete zunächst auf ihn. Ribéry verfolgte gemeinsam mit Nationalspieler Lukas Podolski, der nach seinen zwei Toren im Uefa-Cup ebenfalls draußen bleiben musste, wie sich die Mitspieler gegen kompakt stehende Norddeutsche mühten.

Die beste Chance, die Münchner in Führung zu bringen, hatte der Brasilianer Zé Roberto. Ein abgefälschter Schuss des Mittelfeldspielers von der Strafraumgrenze verfehlte das Gehäuse von Gästetorwart Frank Rost knapp (12.). Kurz vor der Pause verfehlte der Holländer Mark van Bommel nach einem missglückten Abwehrversuch der HSV-Defensive ebenfalls das Tor knapp (40.).

Wenig Spannendes passierte zunächst auch in der zweiten Hälfte. Die Augen der Zuschauer richteten sich mehr auf das Geschehen neben als auf dem Platz. Dort machten sich inzwischen Van der Vaart und Ribéry warm. Bayern-Verteidiger Lucio sorgte dann auf dem Feld für Aufregung: Der Brasilianer legte sich in der 60, Minute vor dem Strafraum den Ball zu weit vor. Der ehemalige Münchner David Jarolim schnappte sich das Leder und bediente Olic, der ohne Mühe zu seinem zehnten Saisontreffer einschob. "Das war ein Geschenk", klagte Hitzfeld.

Der Bayern-Trainer reagierte nach dem Rückstand prompt und brachte für den einmal mehr enttäuschenden Flügelspieler Bastian Schweinsteiger Ribéry ins Spiel. Das sollte sich schnell bezahlt machen. Nach einem Einwurf des Türken Hamit Altintop setzte sich Ribéry am Fünfmeterraum durch und bediente Zé Roberto. Dieses Mal machte es der Linksfuß besser als in der ersten Hälfte und traf aus zehn Metern zum Ausgleich (66.). Vorausgegangen war dem Treffer aber eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichter-Assistenten Wolfgang Walz. Olic hatte an der Aus-Linie eindeutig Altintop angeschossen, dennoch entschied Walz auf Einwurf für die Bayern.

Diese versuchten danach noch das 2:1 zu erzielen, aber HSV-Keeper Rost rettete seinem Team mit mehreren Paraden den Punktgewinn. Der in der 78. Minute für Olic eingewechselte van der Vaart konnte nicht die erhoffte Entlastung bringen.

Die Münchner mussten die letzten Sekunden noch ohne van Bommel auskommen. Der Mitteldfeldakteur sah nach einer Provokation gegen Schiedsrichter Lutz Wagner in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte. "Das war total unnötig", schimpfte Hitzfeld, der eine Geldstrafe für den Mittelfeldspieler ankündigte.

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