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Fußballrechte Das Rennen um die Schlossallee

2. Teil: Das Internet als TV-Markt der Zukunft

Doch das Gefeilsche um die besten Sendeplätze, die Erlöse von insgesamt 600 Millionen Euro garantieren sollen, birgt auch zwei unbekannte Parameter. Zum einen sind das die von Sirius/DFL mit im Bieterkreis erwünschten Kabel- und Telekommunikationsunternehmen, die sich noch bedeckt halten. "Wir werden uns die Ausschreibungen anschauen und streng nach ökonomischen und kundenorientierten Maßstäben entscheiden", sagt die Sprecherin von Kabel Deutschland, Insa Calsow. Prekär: Der größte deutsche Kabelanbieter stellt jetzt schon die technische Infrastruktur für Premiere bereit und könnte beim Einstieg in die Rechteverwertung den Partner ganz hinauskicken.

Denn der Markt der Zukunft, und das hat auch der große Zampano Kirch jederzeit im Hinterkopf, ist das Internet-Fernsehen - und auch hierfür sind die technischen Möglichkeiten längst vorhanden. Der größte Konkurrent von Kabel Deutschland, die Deutsche Telekom, investierte über drei Milliarden Euro in ein neues Hochgeschwindigkeitsnetz, 40 Millionen Euro jährlich ist der Branchengröße jetzt schon die Internetübertragung der Bundesliga wert.

Doch es fehlen noch die Kunden. Trotz günstigster Angebote stagniert die Zahl der Verbraucher, die IP-TV, so das Codewort für Internetfernsehen, konsumieren, bei 100.000. Dennoch wird von Experten hier ein Wachstumsmarkt ungeahnter Größenordnung vermutet. SPIEGEL ONLINE startete jüngst eine nicht-repräsentative Umfrage unter einigen Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren, um die Marktmöglichkeiten der Zukunft bezüglich des Medienproduktes Fußball-Bundesliga auszuloten. Es stellte sich heraus, dass das Internet bei der heranwachsenden Generation eine immer größere Rolle spielt.

Da muten die 70 Millionen Euro Mehreinnahmen, die die 36 Profivereine über den neuen Deal pro Spielzeit generieren könnten, wie Peanuts an. Auch dass der britische Medienzar Rupert Murdoch mit 19,9 Prozent bei Premiere in den deutschen Fußballmarkt eingestiegen ist, zeigt, dass es sich bei der Bundesliga um die "Schlossallee des deutschen Fernsehens" handelt, wie es der Präsident des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, bezeichnet.

Hoffmann war indes der einzige Vertreter der Clubs, der im vergangenen Oktober gegen den Deal der DFL mit Kirch votierte. Den HSV-Chef störte vor allem die Eile, mit der ein hochkomplexes Modell abgesegnet wurde, das eine Festlegung bis 2015 impliziert. Die anderen Vereinsoberen hielten still und hoffen auf den warmen Geldregen, den ihnen ausgerechnet der Mann zusichern soll, der den Proficlubs 2002 durch seine Pleite eine zugesicherte Summe von 350 Millionen Euro nicht zahlen konnte.

Zumindest ist durch das Einschalten des Bundeskartellamtes nun erst einmal der zeitliche Fahrplan durcheinander geraten, auch wenn Kirch mittlerweile eine von der DFL geforderte Bankbürgschaft vorlegen konnte. Bevor überhaupt die Ankündigung der Ausschreibung verschickt werden kann, muss das Amt noch sämtliche abgeschlossenen Verträge zwischen der DFL und Sirius prüfen. Diese sind aber erst Ende Februar bei der Behörde eingegangen. Weitere vier Wochen später müssen die Angebote der TV-Sender, Telekommunikationsfirmen und Kabelnetzbetreiber vorliegen, dann kann es abermals vier Wochen dauern, bis eine Entscheidung gefallen ist.

Die kartellrechtliche Prüfung sei "nicht aus heiterem Himmel" gekommen, sagt Sprecherin Kaul, die für die allgemeine Aufregung wenig Verständnis hat. Es sei ein gängiges Procedere, dass "wettbewerbsbeschränkende und preiskartellartige Vereinbarungen" geprüft und gegebenenfalls unterbunden werden. Im Fußball, wo man gern unter sich bleibt, kommt diese Erkenntnis erst langsam an.

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insgesamt 35 Beiträge
Kurt Kurzweg 11.03.2008
Wenn ich die Summen sehe, um die es hier geht, wird mir schwindelig. Und die Schulen in Deutschland haben nicht einmal das Geld, um die Wände ihrer zerbröselnden Turnhallen zu pönen. Gibt es denn nur noch Idioten in Europa, die [...]
Zitat von sysopDas Bundeskartellamt prüft die zentrale Vergabe der TV-Rechte. Kleine Vereine zittern vor dem Ende der Solidargemeinschaft - Topclubs hoffen auf zusätzliche Millionen. Die Einzelvermarktung der Medienrechte: Zukunfts- oder Auslaufmodell?
Wenn ich die Summen sehe, um die es hier geht, wird mir schwindelig. Und die Schulen in Deutschland haben nicht einmal das Geld, um die Wände ihrer zerbröselnden Turnhallen zu pönen. Gibt es denn nur noch Idioten in Europa, die ihr Geld den Frensehfuzzies hinterherschmeissen, damit die balltretende Millionäre zu Milliardären machen? Ich glaub',ich bin im falschen Film...
Emperor_Norton 12.03.2008
England - Zentralvermarktung, Italien - Einzelvermarktung (wird in 1/2 Jahren aber auf Gesamtvermarktung umgestellt), Spanien - Einzelvermarktung (Anstoßzeiten können oft nur Stunden vor dem Spiel bekannt gegeben werden, [...]
Zitat von sysopDas Bundeskartellamt prüft die zentrale Vergabe der TV-Rechte. Kleine Vereine zittern vor dem Ende der Solidargemeinschaft - Topclubs hoffen auf zusätzliche Millionen. Die Einzelvermarktung der Medienrechte: Zukunfts- oder Auslaufmodell?
England - Zentralvermarktung, Italien - Einzelvermarktung (wird in 1/2 Jahren aber auf Gesamtvermarktung umgestellt), Spanien - Einzelvermarktung (Anstoßzeiten können oft nur Stunden vor dem Spiel bekannt gegeben werden, Zuschauerzahlen relativ niedrig, Unsicherheit bei Planungen führt zu weniger Attraktivität bei Sponsoren und Auslandsvermarktung). Da Deutschland nur über eine wirkliche Topmannschaft verfügt (anders als Italien oder Spanien) dürften im Ergebnis französische Verhältnisse einkehren. Wie Lyon kann dann Bayern 7 Jahre am Stück Meister werden. Die Attraktivität und Gesamteinnahmen der Bundesliga würden sinken und Bayern wird wie Lyon international nichts mehr reißen - und sich dann darüber beklagen, dass sie international nicht mehr mithalten können weil sie in der Bundesliga nicht gefordert würden.
Polar 12.03.2008
Ja, ich geb´s zu, ich bin einer der Idioten, die 20 € im Monat für den Empfang der Buli im TV opfern. Okay, ich werde ab jetzt die 20 €, die ich NACH Steuern und NACH Sozialversicherungsbeiträgen und INKLUSIVE Umsatzsteuer [...]
Zitat von Kurt KurzwegWenn ich die Summen sehe, um die es hier geht, wird mir schwindelig. Und die Schulen in Deutschland haben nicht einmal das Geld, um die Wände ihrer zerbröselnden Turnhallen zu pönen. Gibt es denn nur noch Idioten in Europa, die ihr Geld den Frensehfuzzies hinterherschmeissen, damit die balltretende Millionäre zu Milliardären machen? Ich glaub',ich bin im falschen Film...
Ja, ich geb´s zu, ich bin einer der Idioten, die 20 € im Monat für den Empfang der Buli im TV opfern. Okay, ich werde ab jetzt die 20 €, die ich NACH Steuern und NACH Sozialversicherungsbeiträgen und INKLUSIVE Umsatzsteuer für MEIN Freizeitvergnügen opfere, meinen Lokalpolitikern und der Verwaltung hinterherwerfen, damit die Instandhaltungsarbeiten damit ausführen können. Natürlich können sie damit aber auch weiterhin "Kunstwerke" aufstellen, Haltestellenhäuschen im XXXL-Format bauen, ungenutzte Mitfahrerparkplätze betonieren oder sonstwie jeden Unfug anstellen, der ihnen in den Sinn kommt. Zur Ausgangsfrage: ja, natürlich darf die Zentralvermarktung kein Auslaufmodell sein!!! Spochtliche Grüße Polar
icaros 12.03.2008
Ja, mich zum Beispiel, und ich halte mich auch nicht für einen Idioten. Übrigens kein netter Umgangston, den Sie da pflegen. Ich bin nun mal an Fußball interessiert, also zahle ich auch dafür. Zumindest solange es einigermaßen [...]
Zitat von Kurt KurzwegWenn ich die Summen sehe, um die es hier geht, wird mir schwindelig. Und die Schulen in Deutschland haben nicht einmal das Geld, um die Wände ihrer zerbröselnden Turnhallen zu pönen. Gibt es denn nur noch Idioten in Europa, die ihr Geld den Frensehfuzzies hinterherschmeissen, damit die balltretende Millionäre zu Milliardären machen? Ich glaub',ich bin im falschen Film...
Ja, mich zum Beispiel, und ich halte mich auch nicht für einen Idioten. Übrigens kein netter Umgangston, den Sie da pflegen. Ich bin nun mal an Fußball interessiert, also zahle ich auch dafür. Zumindest solange es einigermaßen im Rahmnen bleibt. Es wird ja keiner dazu gezwungen, und jeder hat sicher seinen eigene Grenze. Wenn sie nichts für Fußball ausgeben wollen, dann tun sie es halt nicht. Ich kann ihre Aufregung in so fern nachvollziehen, daß ich auch der Meinung bin das so manche Profis zuviel verdienen. Aber die Fußballer sind sicher nicht schuld, wenn in Schulen kein Geld mehr für Wandfarbe da ist. Außerdem kann ich mich auch nicht erinnern das die Bundesliga für Massenentlassungen verantwortlich ist, im Gegensatz zu so manchem angeblichen Top-Manager, der übrigens ein Vielfaches eines Fußballprofis verdient. Auch wenn Sie offensichtlich kein Fußballfreund sind, müssen sie wohl zugeben das Geld durchaus auch schon sinnloser vernichtet wurde. Hier sei vielleicht noch an die aktuelle Bankenkrise erinnert, mit der Kohle hätte man Schulen nicht nur mit Farbe versorgen können sondern wahrscheinlich hunderte neu bauen können. Wie dem auch sei, bitte sparen Sie es sich in Zukunft anders denkende als Idioten zu bezeichenen. Und um nicht zu Off-Topic zu werden: Obwohl ich Bayern-Fan bin sollte man die Zentralvermarktung beibehalten. Die Einzelvermarktung führt letzten Endes dazu, daß die Schere zwischen reichen und armen Vereinen noch weiter auseinander klafft als sie es eh schon tut. Und wenn die großen Vereine irgendwann keine halbwegs konkurrenzfähigen Gegner mehr haben ist niemanden damit gedient. Und ich denke auch das die bayern auch jetzt schon eine Mannschaft haben mit der sie die Champions League gewinnen können, trotz Zentralvermarktung. Also gilkt für mich auch nicht das Argument der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.
Polar 12.03.2008
Hey Icaros! Ich seh´ schon: zwei Stühle - eine Meinung!
Zitat von icarosJa, mich zum Beispiel, und ich halte mich auch nicht für einen Idioten. Übrigens kein netter Umgangston, den Sie da pflegen. Ich bin nun mal an Fußball interessiert, also zahle ich auch dafür...
Hey Icaros! Ich seh´ schon: zwei Stühle - eine Meinung!
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